28. April, 2026

Wirtschaft

Neue Impulse: Großbritannien sucht Annäherung an China

Neue Impulse: Großbritannien sucht Annäherung an China

In einem bemerkenswerten Schritt zur Wiederbelebung der wirtschaftlichen Beziehungen nach einer fast vierjährigen Pause wird die britische Finanzministerin Rachel Reeves im Januar nach China reisen. Geplant sind hochrangige Treffen, um den eingefrorenen Wirtschaftsdialog zwischen den beiden Nationen wieder in Gang zu bringen. Reeves wird am 11. Januar mit Chinas Vizepremier He Lifeng in Peking zusammentreffen, um den sogenannten Economic and Financial Dialogue (EFD) neu zu starten – eine jährliche Gesprächsplattform, die zuletzt 2019 stattfand.

Sollten sich die Gespräche als fruchtbar erweisen, könnten beide Seiten den Neustart der Joint Economic and Trade Commission (JETCO) ins Auge fassen. Dieses Forum hatte in der Vergangenheit ebenfalls regelmäßig stattgefunden, bevor es aufgrund politischer Spannungen auf Eis gelegt wurde.

Der Besuch kommt zu einer Zeit, in der britische Unternehmen vermehrt auf die Wiederaufnahme des UK-China CEO Councils drängen. Diese Plattform wurde 2018 ins Leben gerufen, um den bilateralen Austausch auf Führungsebene zu fördern. HSBC-Vorsitzender Mark Tucker wird im Rahmen einer Wirtschaftsdelegation die Reise nach China antreten, um den Handel und Investitionen, besonders im Finanzdienstleistungssektor, zu fördern.

Rachel Reeves plant zudem einen Besuch in Shanghai, um dort am 12. Januar britische Unternehmen zu treffen, die in China tätig sind. Der Hintergrund dieser Initiative ist die von Spannungen geprägte Beziehung zwischen Großbritannien und China. Grund dafür waren Differenzen über Hongkong und andere geopolitische Konflikte. Unter der neuen Labour-Regierung hat sich Großbritannien das Ziel gesetzt, die beschädigten Beziehungen zu verbessern und eine konstruktivere Partnerschaft mit China zu entwickeln.

Der Bruch in den britisch-chinesischen Beziehungen begann unter den konservativen Vorgängerregierungen, die den „goldenen Ära“ der Kooperation, initiiert von David Cameron, für beendet erklärten. In der Vergangenheit führten die regelmäßigen Dialoge zu bedeutenden Initiativen wie dem London-Shanghai Stock Connect und der britischen Beteiligung an der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank.

Am Ende dieser Schritte steht die Hoffnung, dass beide Nationen wieder vermehrt in gemeinsame Initiativen investieren, insbesondere in nachhaltige Projekte wie das britische Hinkley Point C Kernkraftwerk.