04. April, 2026

Wirtschaft

Neue Ära bei Valensina: Geschäftsführung übernimmt volle Kontrolle

Neue Ära bei Valensina: Geschäftsführung übernimmt volle Kontrolle

Die Fruchtsaftdynastie Valensina hat einen markanten Wendepunkt in ihrer Unternehmensgeschichte erreicht: Die kompletten Anteile der Gruppe sind nun in den Händen des internen Führungsduos. Geschäftsführer Tino Mocken und Felix Müller haben sich alle Anteile der Gruppe gesichert, wie das Unternehmen kürzlich verlautbaren ließ. Ein bedeutender Schritt, der auch das Ende des Engagements des thailändischen Biergiganten Boon Rawd Brewery in Europa signalisiert. Dieser vorherige Miteigentümer gab bekannt, sich von seinen europäischen Aktivitäten verabschieden zu wollen und ersuchte um einen Rückkauf seiner Anteile.

Seit ihrer Amtsübernahme im Jahr 2009 haben Mocken und Müller das Ruder erfolgreich in der Hand. Bekanntheit erlangte die Valensina-Gruppe unter anderem durch ihre beliebten Marken Valensina und Hitchcock. Mit einer Belegschaft von über 390 Mitarbeitenden ist das Unternehmen, welches glanzvolle Säfte und fruchthaltige Getränke kreiert, wirtschaftlich gut aufgestellt. Mit einem Jahresumsatz von beachtliche 200 Millionen Euro und einem Absatzvolumen von 250 Litern im Jahr 2022 zeichnet sich die Firma durch eine robuste Marktposition aus.

Die Saftbranche sah sich in der jüngsten Vergangenheit allerdings mit gewissen Herausforderungen konfrontiert. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) berichtet über die niedrigsten Apfelsaftproduktionszahlen seit einem Jahrzehnt – eine direkte Folge von wiederholten Dürreperioden, die die europäischen Streuobstwiesen belasten. Auch der Markt für Orangensaftkonzentrat spürt die Auswirkungen der klimabedingten schlechten Ernten, was zu weltweiten Engpässen führt.

Der Stammsitz in Mönchengladbach zusammen mit den weiteren Standorten in Vechta und Erding bilden das Zentrum dieses Unternehmens, das seine Wurzeln bereits 1967 als Sportfit Fruchtsaft GmbH pflanzte und sich die namensgebende Saftmarke Valensina erst Jahrzehnte später einverleibte.

Durch den Rückzug von Boon Rawd Brewery und dessen Tochter Singha Europe, die seit 2015 Teil der Valensina-Geschichte waren, ergibt sich nun ein neues Kapitel für die deutschen Saftspezialisten, die sich trotz globaler und branchenspezifischer Schwierigkeiten weiterhin erfolgreich auf dem Markt behaupten.