14. März, 2026

Wirtschaft

Neuausrichtung an der Spitze: Julius Bär zieht Schlussstrich unter Signa-Krise

Neuausrichtung an der Spitze: Julius Bär zieht Schlussstrich unter Signa-Krise

Julius Bär, das renommierte Schweizer Privatbankhaus, nimmt Abschied von Konzernchef Philipp Rickenbacher, nach Turbulenzen im Zusammenhang mit dem finanziellen Fehlschlag bei der Signa-Gruppe. Inmitten der Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse, wurde der sofortige Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden bekanntgegeben und zugleich Nic Dreckmann, bisheriger Stellvertreter und Chief Operating Officer, als Interimsnachfolger ernannt. Die Führungswechsel finden in einer Zeit statt, in der die Bank mit der Abschreibung des kompletten Kreditengagements an das ins Straucheln geratene Signa-Konglomerat konfrontiert ist und dadurch Netto-Kreditverluste von 606 Millionen Franken hinzunehmen hat.

Die Schieflage zieht deutliche Bremsspuren in der Gewinnentwicklung nach sich: Für das Jahr 2023 vermeldet die Bank einen Einbruch des Konzerngewinns um die Hälfte auf 454 Millionen Franken, was effektiv einen Rückgang von 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Bereinigt um Einmaleffekte aus Restrukturierungen und Integrationen liegt der Gewinn bei 472 Millionen Franken und damit 55 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Kreditentscheidung gegenüber dem europäischen Immobilienriesen Signa, hinter der der österreichische Investor René Benko steht, rückte bereits zuvor ins Rampenlicht, nachdem Julius Bär Ende November offengelegt hatte, Kredite im besagten Umfang vergeben zu haben. Diese Vollabschreibung verstärkt nun die finanziellen Verwerfungen.

Trotz des Einknicks der Profitabilität hält das Institut an der Dividendenpolitik fest und schlägt eine stabile Ausschütung von 2,60 Franken je Aktie vor. Derweil müssen Führungskräfte wie der Konzernchef und David Nicol aus dem Verwaltungsrat, verantwortlich für das Risikokomitee, ihre Ämter niederlegen. Dagegen wird Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher, trotz Kritik, sein Amt fortführen.

Abseits der Verluste wächst das verwaltete Vermögen leicht um ein Prozent auf 427 Milliarden Franken zum Jahresende an, auch der Neugeldzufluss zeigt sich mit 12,5 Milliarden Franken robust, was einem Wachstum von 2,9 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Damit übertreffen die aktuellen Zuflüsse das Vorjahresniveau.

Mit diesen Zahlen verfehlte die Bank jedoch die Erwartungen des Marktes, obwohl aufgrund der Rückstellungssituation bereits eine hohe Ergebnisspanne antizipiert wurde. Besonders überraschend zeigt sich die Analystengemeinde von der Vollabschreibung der Engagements bei Signa. Währenddessen entsprach die unveränderte Dividende den Prognosen.