10. Januar, 2026

Wirtschaft

Nestlé gerät aufgrund Rückruf von Babynahrung unter Druck

Die renommierte Verbraucherorganisation Foodwatch übt scharfe Kritik an dem multinationalen Lebensmittelkonzern Nestlé. Anlass dafür ist der Rückruf mehrerer Säuglingsnahrungsprodukte seitens Nestlé. Die Hauptkritikpunkte von Foodwatch beziehen sich auf den Vorwurf, dass das Unternehmen bereits zuvor über die Kontamination mit dem Toxin Cereulid informiert gewesen sein soll. Dieses Toxin wird durch das Bakterium Bacillus cereus gebildet und kann gesundheitliche Risiken darstellen.

Nestlé hingegen wies die Anschuldigungen vehement zurück. Laut Unternehmensinformationen wurde der potenziell schädliche Einfluss des Toxins erst am 5. Januar bekannt, als potenzielle Verunreinigungen in einer bestimmten Zutat eines Zulieferers entdeckt wurden. Von dem Rückruf betroffen sind diverse Produkte der Marken "Beba" und "Alfamino", die sowohl in Pulverform als auch als Flüssigprodukte in verschiedenen Verpackungen erhältlich sind.

Foodwatch geht noch einen Schritt weiter und behauptet, dass die belasteten Produkte aus deutschen Produktionsstätten in insgesamt 30 Länder exportiert worden seien. Bereits Mitte Dezember sollen österreichische Behörden das Toxin Cereulid in Proben aus Deutschland nachgewiesen haben. Diese Informationen basieren auf Daten des europäischen Schnellwarnsystems RASFF. Auf dieser Grundlage vermutet Foodwatch, dass sowohl Nestlé als auch die zuständigen deutschen Behörden bereits seit mehreren Wochen über die Kontamination informiert gewesen sein könnten.

In einer Entgegnung klarifizierte Nestlé, dass ein vorheriger internationaler Rückruf keine Relevanz für den deutschen Markt hatte, da die betreffenden Chargen Deutschland nicht erreicht haben. Das Unternehmen betonte, dass der aktuelle Rückruf in Deutschland reine Vorsichtsmaßnahmen darstelle. Die Verunreinigungen hätten in einer Zutat eines führenden Lieferanten ihren Ursprung gehabt, was zu der Entscheidung führte, bestimmte Chargen vorsorglich zurückzurufen.

Zusätzlich versicherte Nestlé, dass es bislang zu keinen bestätigten Krankheitsfällen im Zusammenhang mit den kontaminierten Produkten gekommen sei und kein unmittelbares Gesundheitsrisiko für Säuglinge bestehe. Zwar könne das Toxin Cereulid unangenehme Symptome hervorrufen, doch sofern bei den Babys keine Symptome auftreten, bestehe für Eltern kein Grund zur Sorge. Für weiterführende Informationen und Unterstützung steht der Nestlé-Verbraucherservice den betroffenen Kunden zur Verfügung.