16. Januar, 2026

Unternehmen

Musks Wahnsinns-Wette: Warum Tesla jetzt explodiert oder stirbt

Einbrechende Verkäufe, aber ein Kursziel von 600 Dollar: Elon Musk setzt alles auf eine Karte, während die Bewertung ins Unermessliche steigt.

Musks Wahnsinns-Wette: Warum Tesla jetzt explodiert oder stirbt
Elon Musk setzt alles auf KI. Warum die Tesla-Aktie bei einem KGV von 300 zum gefährlichsten Papier der Wall Street wird.

Elon Musk spielt russisches Roulette mit der wertvollsten Automarke der Welt. Wer geglaubt hat, der Pionier der Elektromobilität würde sich auf seinen Lorbeeren ausruhen oder zumindest das Kerngeschäft stabilisieren, irrt gewaltig.

Die nackten Zahlen des vierten Quartals 2025 zeichnen zunächst das Bild eines strauchelnden Riesen. Die Auslieferungen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv eingebrochen. Dennoch notiert die Aktie auf einem Niveau, das rational kaum noch zu erklären ist.

Investoren kaufen derzeit kein Autounternehmen mehr. Sie kaufen ein Lotterielos auf eine Zukunft, die bisher nur in Musks Kopf und auf wenigen Straßen in Texas existiert. Das Jahr 2026 wird kein Übergangsjahr, sondern das Jahr der endgültigen Wahrheit.

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Die klassischen Autoverkäufe sind zur Nebensache verkommen

Der Blick in die Bücher ist ernüchternd. Im vierten Quartal 2025 lieferte Tesla nur noch knapp 406.600 Einheiten der Volumenmodelle 3 und Y aus. Das ist ein Rückgang von rund 77.000 Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr.

Andere Modelle tragen mit mageren 11.650 Einheiten kaum noch zur Bilanz bei. In einer normalen Marktwirtschaft würde ein solcher Absatzschwund den Aktienkurs pulverisieren.

Doch an der Wall Street herrscht eine andere Logik. Barclays-Analyst Dan Levy bringt es auf den Punkt: Klassische Geschäftszahlen sind zweitrangig geworden. Das physische Auto ist nur noch die Hülle für die Software-Wette.

Autonomes Fahren entscheidet über das Schicksal der Firma

Alles steht und fällt mit der Einführung der Robo-Taxis. Musk selbst demonstrierte Ende 2025 auf X seine Zuversicht, indem er sich ohne Sicherheitsmonitor durch Austin chauffieren ließ. Eine PR-Aktion mit maximalem Risiko.

Die Erwartungen sind nun gigantisch. Wedbush-Analyst Dan Ives prognostiziert, dass Teslas autonome Flotte bis Ende 2026 in bis zu 30 Städten operieren könnte. Das wäre ein Frontalangriff auf die Google-Tochter Waymo, die derzeit nur in fünf Städten aktiv ist.

Gelingt dieser Rollout, rechtfertigt Tesla seine Existenz als Technologiekonzern. Scheitert er an regulatorischen Hürden oder technischem Versagen, bricht das Narrativ zusammen.

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Die Bewertung der Aktie ist völlig von der Realität entkoppelt

Die aktuelle Marktbewertung gleicht einem Drahtseilakt ohne Netz. Die Tesla-Aktie wird mit dem fast 300-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Zum Vergleich: Das ist kein Wachstumsaufschlag mehr, das ist der Preis für Perfektion.

Dan Ives sieht das Kursziel dennoch bei 600 US-Dollar. Vom aktuellen Stand bei knapp 438 Dollar wäre das ein weiterer Sprung von fast 37 Prozent. Diese Rechnung geht jedoch nur auf, wenn KI und der humanoide Roboter Optimus sofortige monetäre Ergebnisse liefern.

Jeder kleine Fehltritt, jede Verzögerung bei der KI-Entwicklung wird bei dieser Fallhöhe brutal bestraft werden.

Günstige Modelle dienen nur als finanzielle Überbrückung

Um den Cashflow bis zur KI-Revolution zu sichern, greift Tesla zu alten Mitteln: Preissenkungen. Die im Oktober 2025 eingeführten Standard-Versionen sind 5.000 Dollar günstiger.

Das Ziel ist klar: Die Verteidigung von Marktanteilen in Europa und Asien gegen die chinesische Übermacht. Es ist ein notwendiges Übel, um die Fabriken auszulasten, während Musk auf den Durchbruch der Software wartet.

Tesla ist im Jahr 2026 kein Autohersteller mehr, sondern eine hochspekulative Option auf künstliche Intelligenz.

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