Die kürzlich beschlossene strategische Neuausrichtung der Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA) sorgt weiterhin für weitreichende Entwicklungen. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung der Freien und Hansestadt Hamburg in Kooperation mit der schweizerischen Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC), die verbliebenen Minderheitsaktionäre aus der HHLA auszuschließen. Die Absicht hierzu wurde in einer aktuellen Ad-hoc-Mitteilung des Hafenlogistikers hervorgehoben, die den geplanten Squeeze-out – ein Verfahren zur Zwangsabfindung von Minderheitsaktionären – zur Kenntnis brachte.
Hamburg und MSC, die über die eigens gegründete Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft signifikante Anteile am Unternehmen halten, kontrollieren mittlerweile mehr als 95 Prozent aller HHLA-Aktien. Diese starke Mehrheitsbeteiligung erlaubt es ihnen, die erforderlichen rechtlichen Schritte zur Entmachtung der restlichen Aktionäre einzuleiten. Gemäß den deutschen Aktienrechtsvorschriften müssen den ausgeschlossenen Anteilseignern jedoch Abfindungszahlungen angeboten werden, deren Höhe durch eine umfassende Unternehmensbewertung ermittelt wird. Ein gerichtlich bestellter unabhängiger Prüfer wird zudem die Fairness und Angemessenheit der festgelegten Entschädigung sicherstellen.
Historisch bemerkenswert an dieser Entwicklung ist die im Jahr 2024 vollzogene Beteiligung von MSC an der HHLA, die es dem globalen Branchenführer im Containertransport ermöglicht, künftig bis zu 49,9 Prozent der Anteile der gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft zu halten. Hamburg wiederum bleibt Mehrheitseigner mit einem Anteil von 50,1 Prozent und sichert sich somit eine strategische Einflussnahme auf wichtige Entscheidungen innerhalb der HHLA.
Die endgültige Durchführung des Squeeze-outs hängt nun von der Zustimmung auf der nächsten Hauptversammlung sowie von der anschließenden Eintragung im Handelsregister ab. Dieser Prozess markiert einen entscheidenden Punkt in der Unternehmensgeschichte der HHLA und bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die zukünftige Entwicklung der Hamburger Hafenlogistik.