11. Januar, 2026

Wirtschaft

Mitarbeiterzufriedenheit bleibt hoch, Wechselbereitschaft jedoch unvermindert

In Deutschland signalisiert eine kürzlich durchgeführte Umfrage des renommierten Jobportals Indeed eine bemerkenswerte Wechselbereitschaft unter den Berufstätigen. Von den befragten 1.000 Arbeitnehmern gaben über die Hälfte, konkret 57,7 Prozent, an, offen für einen Wechsel des Arbeitgebers zu sein. Diese Zahl markiert einen Anstieg von nahezu drei Prozent im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres. Besonders interessant ist, dass ein beträchtlicher Teil dieser Gruppe, etwa ein Drittel, die berufliche Veränderung bereits bis zur Jahresmitte aktiv angehen möchte.

Erstaunlicherweise äußerten sich rund 70 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrer derzeitigen Arbeitssituation. Dennoch wird der Gedanke an einen Jobwechsel bei fast der Hälfte von ihnen immer präsenter. Zu den bedeutendsten Motivationen für einen potenziellen Wechsel zählen verbesserte Gehaltsbedingungen, die von 41 Prozent der Befragten als primärer Anreiz hervorgehoben werden. Darüber hinaus spielen der Wunsch nach größerer Wertschätzung, von 32 Prozent angegeben, und die Hoffnung auf bessere interne Entwicklungsmöglichkeiten, die 30 Prozent nannten, eine entscheidende Rolle.

Auch ungünstige Arbeitsbedingungen tragen zur Wechselbereitschaft bei. Dazu zählen starre Arbeitszeiten und mangelnde Homeoffice-Optionen, die jeweils von 26 Prozent der Befragten als kritisch betrachtet werden. Unzufriedenheit mit der Führungskraft wurde von einem gleich großen Anteil als Wechselgrund benannt. Diese Daten erscheinen besonders bemerkenswert in Hinblick auf den Rückgang der Stellenanzeigen im letzten Jahr, wie Indeed berichtet.

Der Geschäftsführer von Indeed, Frank Hensgens, hebt hervor, dass ein sich abkühlender Arbeitsmarkt typischerweise zu einer stärkeren Zurückhaltung bei Jobsuchenden führt. Umso auffälliger ist die gestiegene Wechselbereitschaft unter Arbeitnehmern, die Hensgens als bemerkenswert einstuft. Er führt diesen Trend unter anderem auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten zurück, die das Augenmerk vieler Arbeitnehmer verstärkt auf Gehaltserhöhungen lenken. Jobsicherheit bleibt dennoch für viele von immenser Bedeutung. Dies gilt besonders für diejenigen, die trotz hoher Unzufriedenheit im aktuellen Arbeitsverhältnis verharren; 57 Prozent von ihnen schätzen die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes als entscheidend ein.

Obwohl viele Unternehmen mit Personalmangel zu kämpfen haben – eine Herausforderung, die von 71 Prozent der Umfrageteilnehmer bestätigt wird – empfindet dennoch jeder Fünfte Sorge um einen potenziellen Verlust des Arbeitsplatzes in diesem Jahr. Diese Bedenken werden häufig mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Verbindung gebracht. Dennoch zeigt sich die Mehrheit der Befragten, nämlich 63 Prozent, gegenüber einem etwaigen Jobverlust überraschend gelassen und vertrauensvoll in die Sicherheit ihrer Anstellung.