Anthropic, der Entwickler der Claude-Modelle, hat den Abschluss einer Series-G-Finanzierungsrunde über 30 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Damit verdoppelt das Start-up seinen Unternehmenswert innerhalb weniger Monate auf astronomische 380 Milliarden Dollar.
Angeführt wird die Runde vom singapurischen Staatsfonds GIC und dem Tech-Investor Coatue Management. Bemerkenswert ist die Liste der strategischen Partner: Sowohl Nvidia als auch Microsoft sind beteiligt – wobei Letztere damit ihre Wetten im KI-Sektor weiter diversifizieren und neben OpenAI nun massiv auf das zweite große „Pferd“ im Stall setzen.

Fokus auf Unternehmenskunden: Claude wird zum digitalen Mitarbeiter
Während OpenAI mit ChatGPT weiterhin den Massenmarkt dominiert, hat Anthropic eine lukrative Nische besetzt: den Enterprise-Sektor. Mit einer annualisierten Umsatzrate von mittlerweile 14 Milliarden Dollar (ein Plus von 55 % zum Vorjahr) beweist das Team um CEO Dario Amodei, dass sich mit spezialisierter KI für Firmen echtes Geld verdienen lässt.
Besonders die neuen „agentischen“ Tools sorgen für Furore:
- Claude Code: Das Tool hat sich seit Mai 2025 zum Industriestandard für Softwareingenieure entwickelt und führt komplexe Programmieraufgaben autonom aus.
- Claude Cowork: Die Anfang Februar 2026 vorgestellten Plugins verwandeln die KI in einen spezialisierten Facharbeiter, der eigenständig Dokumente zusammenfasst, CRM-Systeme pflegt oder Finanzanalysen erstellt.
- Opus 4.6: Das erst vor einer Woche präsentierte Spitzenmodell übertrifft laut aktuellen Benchmarks sogar GPT-5.2 in Bereichen wie logischem Schließen und komplexer Kontextverarbeitung.
Der Weg an die Börse: Rekord-IPO noch 2026?
Die massive Kapitalzufuhr gilt in Finanzkreisen als letzter großer Schritt vor einem Börsengang. Anthropic hat bereits die renommierte Kanzlei Wilson Sonsini beauftragt, die schon Apple und Google an die Börse begleitete. Mit dem ehemaligen Airbnb-Finanzchef Krishna Rao verfügt das Unternehmen zudem über die nötige IPO-Expertise in der Führungsebene.
Analysten erwarten, dass Anthropic noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 an die Börse streben könnte – zeitgleich mit dem Rivalen OpenAI. Es wäre einer der größten Börsengänge der Technologiegeschichte. Das frische Kapital soll primär in den Aufbau eigener Rechenzentren fließen, um die Abhängigkeit von Cloud-Anbietern zu verringern und die Rechenpower für künftige Modellgenerationen zu sichern.


