19. Januar, 2026

Unternehmen

Milliarden-Rausch dank Krieg: Daimler Truck demütigt die kriselnde Konkurrenz

Während die deutsche Autoindustrie Werke schließt, fährt Daimler Truck Sonderschichten. Der Grund ist so simpel wie profitabel: Die Welt rüstet auf – und kauft alles, was rollt.

Milliarden-Rausch dank Krieg: Daimler Truck demütigt die kriselnde Konkurrenz
Während die Autoindustrie strauchelt, boomt Daimler Truck dank Rüstungsaufträgen. Warum das Militär jetzt alles kauft.

In den Montagehallen von Wörth riecht es derzeit nicht nach Rezession, sondern nach Überstunden.

Wo Volkswagen und Zulieferer über massiven Stellenabbau und Werksschließungen verhandeln, geschieht bei Daimler Truck das genaue Gegenteil. Die Bänder stehen nicht still, sie laufen heiß. Der Konzern weitet die Schichten aus. Die Nachfrage explodiert.

Es sind keine zivilen Spediteure, die diese Sonderkonjunktur treiben. Es ist die globale Aufrüstung, die dem Lkw-Bauer die Auftragsbücher flutet.

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Das Werk Wörth entkoppelt sich erfolgreich von der deutschen Industriekrise

Die Diskrepanz zur restlichen Automobilbranche könnte kaum größer sein.

Daimler Truck reagiert im rheinland-pfälzischen Wörth auf einen massiven Auftragseingang. Betroffen sind vor allem die schweren Baureihen Unimog, Econic und insbesondere der Zetros.

Dieser Hauben-Lkw ist der heimliche Star der aktuellen Bilanz. Konzipiert für schwerstes Gelände, robust und wartungsfreundlich, entspricht er exakt dem Anforderungsprofil moderner Streitkräfte. Die Bauweise mit der vorgezogenen Motorhaube ermöglicht niedrige Durchfahrten und bietet taktische Vorteile bei der Panzerung der Kabine.

Statt Kurzarbeit diktiert hier der Marschbefehl den Takt der Fertigung.

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Das Militär verdrängt zivile Kunden gnadenlos aus den Auftragsbüchern

Die Gier nach schwerem Gerät ist derart groß, dass der zivile Markt das Nachsehen hat.

Akteure aus dem Katastrophenschutz berichten bereits, dass sie vertröstet werden. Die Prioritäten sind klar gesetzt: Olivgrün geht vor.

„Die Militärs kaufen alles, was rollt“, heißt es lapidar aus Branchenkreisen.

Diese Verknappung ist ein klares Indiz für einen Verkäufermarkt. Daimler Truck muss nicht um Kunden buhlen; das Unternehmen verteilt Mangelware an den Meistbietenden oder strategisch wichtigsten Partner.

Internationale Milliardenverträge sichern die Auslastung auf Jahre

Die Dimensionen der jüngsten Abschlüsse verdeutlichen die strategische Relevanz des Defence-Sektors.

Frankreich hat erst kürzlich einen der größten Deals der Firmengeschichte fixiert. Zusammen mit Arquus liefert Daimler Truck über zehn Jahre hinweg 7.000 Fahrzeuge auf Zetros-Basis. Das Volumen dieses Auftrags dürfte sich im Milliardenbereich bewegen.

Auch Kanada hat zugeschlagen. Im Rahmen der Modernisierung seiner Logistikflotte orderte das Land 1.500 Zetros-Lkw. Ein Auftragswert im hohen dreistelligen Millionenbereich ist hier realistisch.

Dazu kommt die Bundeswehr, die ihre Beschaffung dank entfesselter Haushaltsmittel beschleunigt hat. Bis zum Frühjahr 2026 sollen hunderte weitere Logistikfahrzeuge zulaufen.

Das Rüstungsgeschäft wird zur unverzichtbaren Säule der Konzernstrategie

Offiziell hält sich Daimler Truck mit Details bedeckt.

Doch die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. In einem volatilen zivilen Marktumfeld fungiert die Rüstungssparte als hochprofitabler Stabilisator.

Die Allianz mit US-Rüstungsunternehmen und die enge Verzahnung mit NATO-Partnern zeigen, dass dies kein temporärer Effekt ist. Defence ist nicht mehr nur Beiwerk. Es ist das Segment, das in der Krise liefert.

Während die Konkurrenz spart, profitiert Daimler von einer Welt, die unsicherer wird. Das Geschäft mit der Sicherheit ist derzeit das sicherste Geschäft überhaupt.