Am Freitagabend hat die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) den Weg für eine der spektakulärsten Übernahmen des laufenden Jahres freigemacht. Blackstone Infrastructure darf sich TXNM Energy einverleiben. Was als kühner Plan im vergangenen Jahr begann, ist nun bittere Realität für die Konkurrenz. Mit einem Transaktionswert von 11,5 Milliarden US-Dollar – inklusive der massiven Schuldenlast von TXNM – demonstriert Blackstone-Chef Stephen Schwarzman einmal mehr, dass sein Imperium bereit ist, die Kontrolle über die kritische Infrastruktur der Vereinigten Staaten zu übernehmen.

Der Segen der Behörden entfesselt den Blackstone-Giganten im Kampf um die Netze
Die Entscheidung der FERC kam wie ein Paukenschlag, auch wenn Insider mit einem positiven Bescheid gerechnet hatten. Die Behörde stellte unmissverständlich fest, dass es „keine Beweise“ dafür gebe, dass staatliche oder bundesstaatliche Regulierungen durch die Transaktion beeinträchtigt würden. Noch wichtiger für die Verbraucher: Die FERC sieht keine negativen Auswirkungen auf die Stromtarife. Für Blackstone ist dieses Urteil ein Freibrief, um sein Portfolio im Bereich der Energieversorgung massiv auszubauen und die Profitabilität durch Skaleneffekte in ungeahnte Höhen zu treiben.

Neben dem Segen der FERC ist auch eine weitere kritische Hürde gefallen: Die Wartefrist gemäß dem Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act ist abgelaufen. Damit ist das Kartellrecht-Gespenst, das schon so manchen Milliarden-Deal in letzter Sekunde zu Fall gebracht hat, offiziell vertrieben. Blackstone hat nun freie Bahn, um die operative Kontrolle über TXNM Energy zu übernehmen und die strategische Neuausrichtung des Versorgers nach den Rendite-Vorgaben der Private-Equity-Welt zu gestalten.
Kritische Rohstoffe und Energienetze werden zum neuen Gold der Schattenbanken
Der Deal um TXNM Energy ist weit mehr als eine simple Firmenübernahme; er ist Teil eines globalen Trends, bei dem Finanzinvestoren systematisch die Kontrolle über lebensnotwendige Ressourcen übernehmen. Während die traditionellen Märkte unter Volatilität leiden, bietet die Energieinfrastruktur stabile, staatlich garantierte Cashflows – das perfekte Futter für einen Giganten wie Blackstone. Kritiker warnen bereits vor einer „Financialization“ der Grundversorgung, bei der Profite für Investoren über die langfristige Versorgungssicherheit der Bürger gestellt werden könnten.
Doch Blackstone ficht das nicht an. Der Konzern sieht in TXNM Energy eine Schlüsselkomponente für die Energiewende. Durch die Integration in das Blackstone-Infrastruktur-Netzwerk sollen Investitionen in Milliardenhöhe in moderne Netze und erneuerbare Energien fließen. Es ist ein Spiel mit extrem hohen Einsätzen: Gelingt die Modernisierung, wird Blackstone zum Helden der Dekarbonisierung; scheitert der Fokus auf Effizienz, droht ein marodes Netz unter der Last der Renditeerwartungen zusammenzubrechen.

Das Ende der Unabhängigkeit für TXNM markiert eine neue Ära der Energie-Monopole
Für die Aktionäre von TXNM Energy bedeutet der Abschluss vor allem eines: Zahltag. Doch für die Branche ist es ein Alarmsignal. Die Konsolidierung im US-Versorgermarkt schreitet unaufhaltsam voran. Kleine und mittelgroße Energieunternehmen werden zunehmend von kapitalstarken Investmenthäusern geschluckt, die über mehr finanzielle Feuerkraft verfügen als so mancher Nationalstaat. Blackstone positioniert sich hierbei als der unangefochtene Jäger an der Spitze der Nahrungskette.
In einer Welt, in der Energie zur Waffe und zur wertvollsten Währung geworden ist, sichert sich Blackstone mit TXNM Energy einen strategischen Vorposten. Die regulatorische Freigabe durch die FERC ist der letzte Dominostein, der fallen musste, um diesen historischen Machtwechsel zu vollziehen. Die Ära der unabhängigen Versorger neigt sich dem Ende zu – die Ära der Infrastruktur-Monopolisten hat gerade erst begonnen.
Blackstone hat das Spiel gewonnen. Ob die Kunden und der Staat am Ende die Zeche zahlen, wird die Zukunft zeigen müssen.

