Der Deutsche Mieterbund setzt sich vehement für die Einlösung der versprochenen Mieterschutz-Reformen durch die Ampel-Regierung ein. Mit Nachdruck forderte der Präsident des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten, nicht nur die notwendige Ausdehnung der Mietpreisbremse bis 2029, sondern auch deren Verschärfung, um bekannte Schwachstellen zu eliminieren. Die angekündigte Verlängerung begrüßt der Verband, sieht darin jedoch nur einen ersten Schritt. Siebenkotten zufolge besteht weiterhin Handlungsbedarf in Bezug auf die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Ziele, wie die Reduktion der Obergrenze für Mieterhöhungen von bisher 15 auf 11 Prozent, die Verbesserung des Kündigungsschutzes und die Realisierung eines neuen Modells der Wohngemeinnützigkeit, um den Mieterschutz substantiell zu stärken.
Eine Erneuerung und Verschärfung der Mietpreisbremse, die die Mietsteigerungen nach Wohnungswechseln in beliebten Gegenden begrenzen soll, sieht der Mieterbund als essenziell an. Die derzeitigen Regelungen beinhalten, laut Siebenkotten, zu viele Ausnahmen und Schlupflöcher, welche die Effektivität der Mietpreisbremse untergraben und deren Schließung im Rahmen der Verlängerung unerlässlich ist.
Auf der anderen Seite des Spektrums steht der Eigentümerverband Haus und Grund, vertreten durch Präsident Kai Warnecke, der die Entschlüsse der Bundesregierung zur Vermeidung von Verschärfungen im Mietrecht ausdrücklich begrüßt. Warnecke betonte, dass private Vermieter angesichts der Herausforderungen der Energiewende nicht mit weiteren Belastungen konfrontiert werden dürfen. Die Verlängerung der Mietpreisbremse kritisiert er als überflüssig und stellt sogar die verfassungsrechtliche Zulässigkeit in Frage. Er plädiert für die Notwendigkeit angemessener Mietpreisanpassungen als Voraussetzung, um Investitionen für einen energieeffizienten und altersgerechten Umbau von Wohnimmobilien zu gewährleisten.