08. Februar, 2026

Unternehmen

Microsoft am Abgrund: Das bittere Ende des Cloud-Wunders?

Trotz stabiler Cashflows schicken Analysten den Tech-Giganten auf die Strafbank. Ein bedrohliches Doppeltop im Chart und stagnierende Wachstumsraten bei Azure versetzen Anleger in Alarmbereitschaft. Ist das die große Kaufchance oder der Beginn eines Absturzes?

Microsoft am Abgrund: Das bittere Ende des Cloud-Wunders?
Experten warnen: Microsoft verliert Marktanteile an Amazon und Alphabet. Warum die interne KI-Priorisierung jetzt zum Problem wird.

Die Stimmung an der Wall Street hat sich gedreht. Lange Zeit galt Microsoft als das unantastbare Nonplusultra im Bereich der künstlichen Intelligenz. Doch am 6. Februar 2026 ist der Glanz verflogen. Zwar nimmt die Aktie aktuell an einer technischen Gegenbewegung teil, doch von einer echten Entwarnung kann keine Rede sein. Das kurzfristige Chartbild ist nach den massiven Abverkäufen der letzten Tage schwer beschädigt.

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Anleger blicken nervös auf die Marke von 400 Dollar. Nach der Ausbildung eines bedrohlichen Doppeltops hat das Papier eine Abwärtsspirale eingeleitet, die nun wichtige Unterstützungszonen testet. Microsoft ist vom Jäger zum Gejagten geworden – und die Munition scheint dem Konzern aus Redmond derzeit auszugehen.

Die Wachstums-Lüge bei Azure lässt die Anleger ungeduldig werden

In der Cloud-Sparte Azure zeigen sich tiefe Risse im Fundament. Während Investoren eine Beschleunigung des Wachstums durch KI-Integration erwarteten, verharrt die Rate im hohen 30-Prozent-Bereich. Das klingt auf den ersten Blick solide, ist im direkten Vergleich mit der Konkurrenz aber ein Alarmsignal.

Sowohl Alphabet als auch Amazon konnten im vierten Quartal deutlich stärkere Zuwächse bei ihren Cloud-Umsätzen verbuchen und Microsoft wertvolle Marktanteile abjagen. Das Narrativ der Microsoft-Dominanz bekommt gefährliche Flecken. Der Markt, der auf exponentielles Wachstum programmiert ist, reagiert auf diese Stagnation mit Unverständnis und Verkäufen.

Hausgemachte Chip-Krise bremst das Kerngeschäft von Satya Nadella aus

Ein Teil der Misere scheint hausgemacht zu sein. Das Management unter Satya Nadella hat sich dazu entschieden, die wertvollen KI-Chips nicht vollständig in die öffentliche Cloud zu leiten, sondern internen Projekten den Vorzug zu geben. Diese Priorisierung mag langfristig strategisch sinnvoll sein, bremst Azure jedoch im Hier und Jetzt massiv aus.

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Das Ergebnis ist ein klassischer strategischer Stau: Die Nachfrage ist da, aber Microsoft kann sie nicht bedienen, weil die Kapazitäten für interne Experimente blockiert sind. Für die Börse ist das ein rotes Tuch. Analysten von Stifel haben die Aktie bereits von „Kaufen“ auf „Halten“ abgestuft und kritisieren das Missverhältnis zwischen dem gigantischen Kapitaleinsatz und der fehlenden Beschleunigung im operativen Geschäft.

Der Cashflow bleibt die letzte Bastion gegen den totalen Absturz

Trotz der Risse in der Wachstumsstory gibt es eine Kennzahl, die Microsoft vor dem Schlimmsten bewahrt: die nackte finanzielle Gewalt. Analysten der BNP Paribas weisen darauf hin, dass Microsoft im Vergleich zu anderen Hyperscalern wie Amazon oder Alphabet über eine deutlich gesündere Cashflow-Struktur verfügt.

Während die Wettbewerber ihre freien Mittel fast vollständig in aggressive und riskante KI-Investitionen pumpen, bleibt die Free-Cashflow-Marge bei Microsoft stabil bei rund 22 Prozent. Bei der Konkurrenz tendiert dieser Wert teilweise gegen Null. Microsoft verbrennt kein Geld, es investiert – und das aus einer Position finanzieller Stärke heraus, die in der Branche ihresgleichen sucht.

Analysten schicken den Tech-Giganten auf die Strafbank für Mitläufer

Dennoch bleibt das Urteil der Experten hart. Microsoft hat seinen Status als Kurstreiber verloren und wird derzeit nur noch als „Mitläufer“ wahrgenommen. Es fehlen die kurzfristigen Katalysatoren, die den Kurs wieder über die psychologisch wichtigen Hürden hieven könnten.

Wer jetzt einsteigt, wettet auf die langfristige Überlegenheit der Software-Basis und der tiefen Integration von KI in Produkte wie Office und Windows. Doch charttechnisch bleibt die Lage explosiv. Sollte die Unterstützung bei 400 Dollar nicht halten, droht der nächste Rutsch ins Bodenlose. Die Lage ist dramatisch, auch wenn das Fundament noch steht.

Am Ende entscheidet die Geduld der Anleger: Microsoft ist derzeit eine Wette auf ein Morgen, das heute noch im Stau steht.

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