Der Technologie-Gigant Meta hat die Ängste der Investoren bezüglich hoher Kosten für die Kommerzialisierung von künstlicher Intelligenz (A.I.) erfolgreich zerstreut und seine Position am Markt weiter gefestigt.
Die Aktien von Meta stiegen vorbörslich um mehr als 5 Prozent, obwohl das Mutterunternehmen von Facebook und Instagram bekanntgab, dass die Ausgaben für A.I. und andere Projekte im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent gestiegen seien. Dies deutet darauf hin, dass die Aktionäre bereit sind, geduldig zu bleiben, sofern das Kerngeschäft stabil bleibt und wächst.
Die Zahlen sprechen für sich: Der Nettogewinn von Meta im zweiten Quartal stieg im Jahresvergleich um beeindruckende 73 Prozent auf 13,5 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz um 22 Prozent auf 39,1 Milliarden US-Dollar zulegte. Das Werbegeschäft von Meta bleibt ein Erfolgsfaktor, wobei das Unternehmen prognostiziert, dass die Umsätze im laufenden Quartal die Erwartungen der Wall Street übertreffen werden.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Investitionsausgaben, welche im zweiten Quartal 8,5 Milliarden US-Dollar betrugen. Diese Summe beinhaltet auch die langjährigen, bisher unrentablen Investitionen in das sogenannte Metaverse und andere Projekte.
Mark Zuckerberg verteidigte die hohen Ausgaben: „Ich baue die Kapazitäten lieber früh auf, als zu spät“, sagte er den Analysten am Mittwoch. Meta erwartet, dass die Investitionsausgaben in diesem Jahr mindestens 37 Milliarden US-Dollar erreichen werden, gegenüber 35 Milliarden US-Dollar im Vorjahr (aber nicht mehr als 40 Milliarden US-Dollar).
Damit liegt Meta auf einer Linie mit Microsoft und Alphabet hinsichtlich ihrer A.I.-Investitionen. Doch die übertroffenen Erwartungen im Kerngeschäft spielen eine maßgebliche Rolle. Auch betont Meta, dass Innovationssprünge in der A.I. das Werbegeschäft durch relevanteren Content für die Nutzer stärken werden.
Weitere Technologieriesen wie Apple und Amazon werden die Toleranz der Investoren gegenüber A.I.-Investitionen am Donnerstag testen, da sie nach Börsenschluss ihre Berichte vorlegen.
Unterdessen profitierten Chip-Aktien am Mittwoch kräftig von den hohen Ausgaben für A.I.-Infrastrukturen. Die Aktien von Nvidia, Arm und AMD sprangen in die Höhe, als klar wurde, dass Technologieriesen weiterhin bereit sind, für Hardware zur Unterstützung ihrer A.I.-Dienste zu zahlen.
Im Falle von Nvidia führte dies zu einem Anstieg des Marktwerts um 329 Milliarden US-Dollar — und zu einem Anstieg des geschätzten Nettovermögens des C.E.O.s Jensen Huang um 11,6 Milliarden US-Dollar.
Insgesamt halfen die Kursgewinne von Meta und Nvidia, die sogenannten „Magnificent Seven“-Technologiewerte, zu denen auch Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft und Tesla gehören, in diesem Jahr um mehr als 35 Prozent zu steigern, trotz der volatilen Handelsaktivitäten im Juli.