In den andauernden Auseinandersetzungen um Waffensysteme zur Abwehr der russischen Invasion setzt der ukrainische Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow große Hoffnungen in die potenten Marschflugkörper des Typs Taurus. Während eines Interviews mit der ARD verlautbarte er, dass dieses High-Tech-Gerät maßgeblich zu einer Erleichterung der militärischen Operationen beitragen würde. Besonders für präzise Schläge gegen essentielle Kommandostrukturen und Schlüsselziele wäre der Taurus nach Budanows Einschätzung eine formidable Wahl. Eines dieser Schlüsselziele ist die von Russland streng beschützte Brücke, die auf die annektierte Halbinsel Krim führt, deren Neutralisierung für die Ukraine von strategischer Bedeutung ist.
Die ukrainische Führungsriege stellt sich zugleich auf eine mögliche Verstärkung der russischen Offensive ein, speziell im Donbass, was laut Budanow eine Nachfrage nach mehr Artilleriesystemen und Munition nach sich zieht. Der Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte unlängst die Notwendigkeit der Verstärkung der Luftverteidigung und spezifizierte den Bedarf an 25 Einheiten des US-Flugabwehrsystems Patriot.
In Hinblick auf die künftige Entwicklung des Konflikts gibt sich der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes bedeckt und spricht von einer komplexen, aber beherrschbaren Lage. Entgegen der verbreiteten Expertenmeinung sieht er sogar die Chance für eine ukrainische Offensive im laufenden Jahr. Budanow betont allerdings, dass ohne die kontinuierliche Unterstützung des Westens, die Situation für die Ukraine äußerst prekär würde. Er prophezeit ferner eine Aufschwungphase für die europäische Rüstungsindustrie und äußert Vertrauen in die EU, eventuell ausbleibende Unterstützung der USA kompensieren zu können.