12. Januar, 2026

Märkte

Marktspannungen: Stabilität trotz globaler Krisen

Die Entwicklung deutscher Staatsanleihen zeigte sich zu Beginn der Woche überraschend stabil, trotz erheblicher politischer Spannungen auf der internationalen Bühne. Weder die anhaltenden Proteste gegen das iranische Regime, die trotz heftiger Repression fortbestehen, noch die eskalierenden Spannungen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, vermochten es, die Investoren signifikant zu verunsichern. Zu Handelsbeginn verzeichnete der Euro-Bund-Future einen geringfügigen Anstieg um 0,02 Prozent und erreichte damit 127,98 Punkte. Parallel dazu bewegte sich die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe bei 2,86 Prozent.

In Washington sieht sich Jerome Powell einer neuen Herausforderung gegenüber: Das US-Justizministerium hat Ermittlungen gegen ihn eingeleitet, die er als Versuch wertet, die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu beeinflussen. Bereits am Freitag wurden Vorladungen ausgestellt, die eine mögliche Anklage in Aussicht stellen. Gleichzeitig intensiviert der ehemalige Präsident Donald Trump seinen politischen Druck auf Teheran, während die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas als Reaktion auf die anhaltende Repression im Iran zusätzliche Sanktionen in Erwägung zieht.

Für eine gewisse Bewegung könnte am Vormittag die Veröffentlichung des Sentix-Investorenvertrauens für die europäischen Märkte sorgen. Die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) halten es für durchaus möglich, dass sich die Stimmung dort erholt und dies zu positiven Ergebnissen bei der bevorstehenden ZEW-Konferenz führen könnte.

Auch der Markt für französische Staatsanleihen bleibt im Blickfeld der Investoren. In diesem Kontext hat die Dekabank vor einer Unterschätzung der jüngsten Äußerungen des französischen Finanzministers Roland Lescure gewarnt: Präsident Emmanuel Macron sei bereit, Neuwahlen auszurufen, sollte seine Regierung von der Opposition zum Rücktritt gezwungen werden. Solche potenziellen politischen Turbulenzen könnten, sollten sie konkrete Formen annehmen, Unsicherheit auf dem französischen Anleihemarkt verstärken.