Ein abwärtsgerichteter Trend hat sich zu Beginn der neuen Handelswoche an den Ölmärkten bemerkbar gemacht, wo sowohl Brent als auch West Texas Intermediate (WTI) mit gesunkenen Preisen zu kämpfen haben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent, welches im Juni ausgehändigt wird, war zu Mittag zu einem um 61 Cent geminderten Kurs von 90,56 US-Dollar zu haben. Selbst ein zwischenzeitliches Abrutschen unter die 90-Dollar-Schwelle wurde beobachtet. Derweil verzeichnete WTI einen Rückgang von 58 Cent und notierte somit bei 86,33 Dollar pro Fass für die Maiauslieferung.
Diese Entwicklung kommt nach einer Phase, in der die Preise für Erdöl signifikant anstiegen und sogar den höchsten Wert seit dem vergangenen Oktober erreichten. Dabei hatte der Brent-Preis die 90-Dollar-Marke zeitweilig überschritten, während WTI sich knapp darunter positionierte.
Analysten schauen auf die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten, die als Haupttreiber hinter den vorherigen Preisaufschlägen gilt. Etwas Entspannung signalisierte zuletzt die Entscheidung Israels, Teile seiner Armee aus dem Gazastreifen zurückzuziehen, jedoch bleibt eine Lösung des Konflikts in weiter Ferne.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Situation in Russland. Laut Stephen Innes, Analyst bei SPI Asset Management, sind die Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Raffinerien ein entscheidendes Element, welches nicht nur die geopolitischen Spannungen erhöht, sondern ebenso Befürchtungen hinsichtlich potenzieller Unterbrechungen der Ölversorgung intensiviert.
Obwohl die jüngsten Bewegungen auf den Märkten eine beruhigende Pause von der jüngsten Preisrallye zu signalisieren scheinen, bleibt die Situation unbeständig, bedingt durch die Komplexität internationaler Konflikte und deren Einfluss auf globale Lieferketten.