02. Februar, 2026

Märkte

Markterholung im Kontext von Edelmetallkorrekturen: Analyse und Prognosen

Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich am Montag wider Erwarten robust, nachdem der Dax zunächst einen morgendlichen Rückgang von 0,6 Prozent verzeichnete. Im weiteren Handelsverlauf erholten sich die Kurse jedoch rasch, sodass der Dax bis zum Mittag um 0,3 Prozent anstieg und 24.618 Punkte erreichte. Parallel dazu erlebte der MDax eine ähnliche Erholung und verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 31.219 Punkte. Der SDax vermochte seine Verluste zu reduzieren und schloss mit einem Rückgang von lediglich 0,7 Prozent. Im Gegensatz dazu verharrte der EuroStoxx 50 ohne nennenswerte Veränderungen und zeigte sich stabil.

Die jüngsten Turbulenzen an den Edelmetallmärkten wurden maßgeblich durch die Nominierung von Kevin Warsh als potenziellen Nachfolger des US-Notenbankchefs Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump ausgelöst. Diese Entscheidung ließ Zweifel an einer möglichen künftigen Lockerung der US-Geldpolitik aufkommen, was vermehrten Druck auf spekulative Positionen in Gold und Silber auslöste. Händler stellen vermehrt ihre Positionen glatt, was eine kurzfristige Abwärtsspirale zur Folge hatte. Solche Turbulenzen an den Edelmetallmärkten können auch auf andere Anlagemärkte übergreifen und kurzfristige Volatilität verursachen.

Jochen Stanzl von der Consorsbank bemerkte, dass die Sicherheitsanforderungen an den Terminbörsen maßgeblich zu den hohen Verlusten im Edelmetallsektor beitrugen. Dies führte dazu, dass Verkäufe in anderen Anlageklassen ausgelöst wurden, da viele Investoren auf die unerwartet heftige Korrektur unvorbereitet waren und gezwungen waren, ihre Portfolios anzupassen, um Verluste zu begrenzen.

Auch Aktien aus den Bereichen Rüstung und Rohstoffe gerieten unter Druck, obwohl sie in der Vergangenheit signifikante Zuwächse verzeichnet hatten. Besorgnisse über geopolitische Spannungen und die Anforderungen der NATO tragen in der derzeitigen geopolitischen Lage erheblich zur Verunsicherung bei. So verzeichneten die Aktien von Rheinmetall, Hensoldt und TKMS Verluste von jeweils 1,6 Prozent, 2,6 Prozent und 2,4 Prozent. Im Rohstoffsektor erlitt Thyssenkrupp einen Rückgang von 2,8 Prozent.

Halbleiterwerte, die allgemein als zinsanfällig gelten, wurden ebenfalls von den globalen Marktbewegungen beeinflusst. Siltronic, gelistet im SDax, musste einen Rückgang von 4,7 Prozent hinnehmen. Inmitten dieser unruhigen Marktentwicklungen konnte sich der Bausoftware-Spezialist Nemetschek im MDax positiv abheben. Die Aktie verzeichnete einen Anstieg von 3,3 Prozent, nachdem die Bank of America ihre Kaufempfehlung bekräftigt hatte. Analysten betonen die Chancen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und identifizieren attraktive Einstiegsgelegenheiten.