28. Januar, 2026

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Machtbeben in Peking: Warum Taiwan jetzt höchste Alarmbereitschaft zeigt

Die Untersuchung gegen General Zhang Youxia erschüttert Chinas Militärführung – Taipeh warnt vor trügerischer Sicherheit und intensiviert die Überwachung.

Machtbeben in Peking: Warum Taiwan jetzt höchste Alarmbereitschaft zeigt
Chinas Top-General Zhang Youxia wird untersucht. Taiwan warnt vor abnormalen Signalen aus Peking und erhöht die Wachsamkeit massiv.

Die chinesische Volksbefreiungsarmee erlebt derzeit eine ihrer tiefgreifendsten Führungskrisen der letzten Jahre. Mit der Ankündigung, dass gegen Zhang Youxia, den stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission, sowie gegen General Liu Zhenli wegen schwerwiegender Disziplinarverstöße ermittelt wird, entfernt Peking zwei zentrale Figuren aus dem Machtzirkel um Präsident Xi Jinping.

Diese Entwicklung hat in Taipeh sofortige Alarmbereitschaft ausgelöst. Das taiwanesische Verteidigungsministerium klassifiziert die Vorgänge als „abnormale Veränderungen“ in der Führungsstruktur des Festlandes, die eine sorgfältige geostrategische Neubewertung erfordern.

Der Fall von General Zhang Youxia markiert eine historische Zäsur in Xi Jinpings Machtapparat

Zhang Youxia galt lange als unantastbar. Als zweithöchster Befehlshaber direkt unter Xi Jinping war er nicht nur ein politischer Verbündeter, sondern auch einer der wenigen verbliebenen hochrangigen Offiziere mit realer Kampferfahrung aus dem Grenzkonflikt mit Vietnam im Jahr 1979.

Sein Sturz deutet auf massive interne Verwerfungen hin, die über routinemäßige Antikorruptionsmaßnahmen hinausgehen könnten. Für Analysten stellt sich die Frage, ob dies eine Konsolidierung der Macht Xis darstellt oder auf Instabilität innerhalb der Streitkräfte hindeutet.

Die gleichzeitige Untersuchung gegen Liu Zhenli verstärkt den Eindruck einer großangelegten Säuberungswelle, die das operative Gefüge der Volksbefreiungsarmee kurzfristig lähmen, langfristig aber auf absolute Loyalität trimmen soll.

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Taiwans Verteidigungsministerium identifiziert abnormale Muster in der chinesischen Befehlskette

Verteidigungsminister Wellington Koo warnte vor dem Parlament in Taipeh davor, voreilige Schlüsse aus einer einzelnen Personalrochade zu ziehen. Dennoch sei die Situation volatil. Koo betonte, dass man die „abnormalen Veränderungen“ auf Partei-, Regierungs- und Militärebene engmaschig überwache.

Die taiwanesische Strategie setzt nun verstärkt auf Intelligence-Sharing mit internationalen Partnern. Ziel ist es, die möglichen Intentionen Pekings hinter diesem radikalen Personalwechsel frühzeitig zu entschlüsseln.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Frühwarnindikatoren. Koo unterstrich, dass die Überwachung nicht nur militärische, sondern auch nicht-militärische Signale umfassen muss, um ein umfassendes Lagebild zu erhalten.

Trotz personeller Umbrüche bleibt die militärische Bedrohungslage im Indopazifik akut

Ein zentraler Punkt der taiwanesischen Risikoanalyse bleibt unverändert: Die Volksrepublik China hat den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung ihrer Souveränitätsansprüche nicht aufgegeben. Personelle Wechsel an der Spitze ändern nichts an der strategischen Doktrin Pekings.

Minister Koo verwies auf die weiterhin steigenden Verteidigungsausgaben Chinas sowie die fast täglichen Einsätze von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen rund um die Insel. Diese „Grauzonen-Kriegsführung“ dient der ständigen Einschüchterung.

Taipeh stellt klar: Der Fall eines einzelnen Generals darf nicht zu einer Senkung der eigenen Wachsamkeit führen. Die Kriegsvorbereitung und das Bedrohungsniveau werden als konstant hoch bewertet, unabhängig von internen Turbulenzen in Peking.

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