In einem ersten offiziellen Schritt gegenüber der neuen Regierung in Damaskus hat Libanon den Wunsch nach guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Syrien geäußert. Der libanesische Außenminister Abdallah Bou Habib übermittelte diese Botschaft in einem Telefongespräch an seinen syrischen Amtskollegen Asaad Hassan al-Shibani, wie das libanesische Außenministerium auf der Plattform X mitteilte.
Die libanesische Hisbollah, welche von Iran unterstützt wird, spielte eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung des gestürzten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad während des jahrelangen Bürgerkriegs. Nachdem die Kämpfer der Hisbollah im letzten Jahr nach Libanon zurückkehrten, um in einem kräftezehrenden Konflikt mit Israel zu kämpfen, schwächte dies die syrischen Regierungslinien erheblich.
Unter der Assad-Regierung nutzte die Hisbollah Syrien als Route, um Waffen und andere militärische Ausrüstung aus dem Iran über den Irak und Syrien nach Libanon zu bringen. Am 6. Dezember fiel diese Versorgungsroute in die Hände von Anti-Assad-Kämpfern, die die Grenze zum Irak sicherten. Zwei Tage später eroberten islamistische Rebellen die syrische Hauptstadt Damaskus.
Der neue islamistische De-facto-Führer Syriens, Ahmed al-Sharaa, sucht nun den Aufbau von Beziehungen zu arabischen und westlichen Führungspersönlichkeiten, nachdem er Assad gestürzt hat.