27. Januar, 2026

Unternehmen

Kurssturz bei Revolution Medicines: Merck & Co bläst Milliarden-Übernahme ab

Die Hoffnung auf einen Mega-Deal zerschlägt sich: Weil man sich beim Preis nicht einigen konnte, zieht sich der Pharmariese zurück – die Aktie reagiert mit einem massiven Abverkauf.

Kurssturz bei Revolution Medicines: Merck & Co bläst Milliarden-Übernahme ab
Merck & Co bricht Verhandlungen mit Revolution Medicines ab. Die Biotech-Aktie stürzt um rund 20 Prozent ab. Keine Einigung beim Preis.

Die gescheiterten Verhandlungen lösen einen sofortigen Abverkauf an der Börse aus

Die Übernahmefantasie ist verflogen, die Realität trifft die Anleger hart. Ein potenzieller Milliarden-Deal zwischen dem Pharmagiganten Merck & Co und dem Biotech-Spezialisten Revolution Medicines ist laut übereinstimmenden Medienberichten gescheitert. Wie das Wall Street Journal (WSJ) am Wochenende enthüllte, haben die Parteien die Verhandlungen offiziell beendet.

Der Knackpunkt der Gespräche war offensichtlich die Bewertung. Laut dem Bericht konnte keine Einigung über den finalen Übernahmepreis für das Biotech-Unternehmen erzielt werden. Die Diskrepanz zwischen den Forderungen des Targets und der Zahlungsbereitschaft des Strategen war am Ende wohl unüberbrückbar.

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Die Kapitalmärkte reagierten am Montag unverzüglich auf diese negative Entwicklung. Die zuvor eingepreiste Übernahmeprämie wurde aus dem Kurs radiert. An den deutschen Handelsplätzen verzeichnete die Aktie von Revolution Medicines (WKN: A2PYWG) zeitweise einen Verlust von rund 20 Prozent, während der Titel auch im vorbörslichen US-Handel deutlich unter Druck geriet.

Spekulationen um eine Bewertung von 32 Milliarden Dollar erweisen sich als haltlos

Das Scheitern wiegt umso schwerer, da die Erwartungshaltung im Vorfeld enorm aufgeheizt worden war. Die Financial Times (FT) hatte zuvor berichtet, dass Merck & Co eine Akquisition in einer Größenordnung von bis zu 32 Milliarden US-Dollar ausloten würde. Diese Summe steht nun nicht mehr im Raum.

Revolution Medicines war in den vergangenen Wochen mehrfach Gegenstand intensiver M&A-Gerüchte. Vor dem konkreten Interesse von Merck & Co wurde bereits AbbVie als potenzieller Käufer gehandelt, wie das WSJ berichtete. Dass sich nun auch der zweite große Name zurückzieht, belastet das Sentiment für den Titel erheblich.

Für Investoren bedeutet dies eine Neubewertung der Situation. Ohne den direkten Katalysator einer kurzfristigen Übernahme muss sich das Unternehmen nun wieder an seinen fundamentalen operativen Fortschritten messen lassen, statt von der Fantasie eines Big-Pharma-Exits zu profitieren.

Revolution Medicines adressiert mit RAS-Mutationen einen extrem hohen medizinischen Bedarf

Trotz des geplatzten Deals bleibt die fundamentale Technologie der Gesellschaft hochrelevant. Das Unternehmen fokussiert sich auf die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer Indikation mit unverändert hohen Todesfallraten. Nur etwa jeder zehnte Patient überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose, was den dringenden medizinischen Handlungsbedarf unterstreicht.

Im Zentrum der Forschung stehen sogenannte RAS-Mutationen. Diese genetischen Veränderungen fungieren als onkogene Treiber für unkontrolliertes Zellwachstum, nicht nur bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, sondern häufig auch bei Darm- und Lungentumoren. Hier setzt die Pipeline von Revolution Medicines an.

Ein Erfolg in diesem Bereich könnte einen echten Paradigmenwechsel in der Onkologie einleiten. Genau dieses Potenzial war der Auslöser für das Interesse von Big Pharma. Dass Merck & Co nun abgewunken hat, ändert nichts an der medizinischen Relevanz des Ansatzes, wirft aber Fragen zur kurzfristigen Monetarisierung dieser Forschungspipeline auf.

Nach Adnoc-Übernahme: Covestro zieht sich aus dem Prime Standard zurück
Nach dem Eigentümerwechsel folgt der nächste strategische Einschnitt: Der Kunststoffhersteller Covestro will seine Börsennotierung herabstufen. Künftig soll die Aktie nicht mehr im Prime Standard, sondern im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse geführt werden. Der Schritt unterstreicht den tiefgreifenden Wandel des ehemaligen Dax-Konzerns seit der Übernahme durch den staatlichen Ölkonzern Adnoc.