Der Fußball, einst Domäne menschlichen Fingerspitzengefühls, könnte schon bald eine neue Ära erleben. Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug auf dem grünen Rasen – nicht nur bei der Spielanalyse und Spielerrekrutierung, sondern auch in der Spielstrategie. So verwundert es kaum, dass KI-Software mittlerweile sogar potenzielle Verstärkungen für die Mannschaften identifizieren kann, die sich harmonisch in das bestehende Teamfüge einpassen. KI-basierte Systeme greifen hierzu auf umfassende Datenbanken zurück, um aus einer Vielzahl von Spielern die passenden Talente zu extrahieren.
Bemerkenswert ist auch der Vorstoß im Bereich der Taktikanalyse. Während sämtliche Spielerbewegungen und der Spielball durch modernste Kameratechnik im Stadion festgehalten werden, ziehen Computersysteme aus diesen Informationen nutzbringende Erkenntnisse. Diese reichen von der Live-Berichterstattung bis zur post-match Analyse für die Optimierung zukünftiger Strategien.
Eine Expertise für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft identifizierte die strategische Planung und Optimierung als Schlüsseldisziplin einer KI-Unterstützung im Sport. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Projekt "Multimodal Analysis for Sports Analytics" beschäftigt sich ebenfalls mit der Auswertung von Positions- und Videodaten.
Das KI-System "TacticAI", entwickelt von Googles Deepmind-Team in Kooperation mit dem FC Liverpool, könnte bald das Gesicht von Standardsituationen, wie Eckbällen, revolutionieren. Nach dem Training mit Tausenden von Situationen aus der englischen Premier League erarbeitet die KI Taktiken, die nach Meinung von Fachleuten sogar menschlichen Empfehlungen vorgezogen werden.
Doch können diese technologischen Wunderwerke menschliche Trainer oder gar die Spieler selbst ersetzen? Daniel Memmert, Sportinformatiker, gibt Entwarnung. KI im Sport bedeutet vor allem maschinelles Lernen – und hier sind Menschen unerlässlich, um sowohl relevante Probleme zu identifizieren als auch KI-Lösungen korrekt zu interpretieren. Gleichwohl sieht Memmert für Top-Vereine keine Alternative zum Einsatz von KI-Systemen, auch wenn einige Fußballromantiker diesen Wandel skeptisch betrachten.
Der Videobeweis hat es bereits vorgemacht, nun könnten humanoide Roboter, von Deepmind vorgestellt und bereits im Fußball erprobt, den menschlichen Spielern Konkurrenz machen. Ihre dynamischen Spielzüge überzeugen zwar noch nicht vollends, doch die Richtung ist klar: Der Fußball der Zukunft könnte eine perfekte Symbiose aus menschlicher Kreativität und maschineller Präzision werden.