Inmitten der laufenden politischen Diskussionen um die sozialen Sicherungssysteme hat die Union kritische Stimmen von unterschiedlichen Seiten auf sich gezogen. Insbesondere der Arbeitnehmerflügel der CDU äußert verstärkt Bedenken darüber, dass die debattierten Themen rund um mögliche Einschnitte und die Forderung nach zusätzlicher Arbeitszeit im Kontext der bevorstehenden Landtagswahlen negative Auswirkungen auf das Wahlverhalten haben könnten. Eine neue Perspektive bringt Markus Söder, der Vorsitzende der CSU, in die Diskussion ein, indem er mehr Arbeitsstunden als potenzielle Lösung für die wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland vorschlägt.
Söder vertritt die Ansicht, dass eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche substanzielles Wirtschaftswachstum generieren könne. Zudem bezieht er sich auf die Vorschläge des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, die die Abschaffung der Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung sowie eine schrittweise Abschaffung der Rente mit 63 umfassen. Weiterhin plädiert der wirtschaftsorientierte Flügel der CDU für eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit und kritisiert dabei insbesondere die sogenannten "Lifestyle-Teilzeitarbeitsmodelle".
In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" brachte Dennis Radtke, der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der CDU, erhebliche Bedenken zum Ausdruck. Er warnte vor einer einseitigen Belastung der Beschäftigten, die durch solche Vorschläge entstehen könnte. Diese Thematik könnte auch die Umfragewerte der Union beeinträchtigen, die aktuell in einem Bereich von 24 bis 28 Prozent liegen und somit im Wettbewerb mit der AfD stehen.
Der Wirtschaftsrat der CDU verschärft die Debatte mit der Aufforderung nach reduzierten Sozialversicherungsleistungen, was auch das umstrittene Anliegen einschließt, Zahnarztkosten privat zu finanzieren. Diese Idee erfuhr deutlichen Widerstand und wurde als "sozial brandgefährlich und ökonomisch kurzsichtig" bezeichnet, insbesondere weil sie die Zahngesundheit, die als wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge gilt, gefährden könnte.