15. Januar, 2026

Politik

Kritik an der europäischen Agrarpolitik: Verbände befürchten Rückschritte

In einem eindringlichen Appell hat ein Zusammenschluss aus Umwelt-, Agrar- und Tierschutzorganisationen auf die drohenden Gefahren für die Entwicklungen in der deutschen und europäischen Agrarpolitik hingewiesen. Olaf Bandt, der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), äußerte große Besorgnis darüber, dass die in den letzten Jahrzehnten mit Mühe erreichten Fortschritte im Bereich des Naturschutzes, des Tierwohls und der nachhaltigen Landwirtschaft auf dem Spiel stehen könnten. Die Verwirklichung dieser Fortschritte war das Ergebnis umfassender Anstrengungen und Investitionen, insbesondere von Betrieben, die sich frühzeitig ökologischen Praktiken zugewandt haben. Ein Verlust solcher Errungenschaften würde diese Vorreiter der ökologischen Landwirtschaft besonders hart treffen.

Im Zentrum der Besorgnis stehen die geplanten Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union, die ab 2028 in Kraft treten sollen. Besondere Kritik erntet hierbei das Fehlen eines festgelegten Mindestbudgets für sogenannte Gemeinwohlleistungen, die auch Maßnahmen zum Klimaschutz umfassen. Olaf Bandt plädiert mit Nachdruck für die Erarbeitung verlässlicher Regelungen, die den Schutz von Natur, Klima, Tierwohl sowie die Unterstützung bäuerlicher Strukturen sicherstellen. Gleichzeitig hebt er hervor, dass die Stärke der europäischen Landwirtschaft in ihrer Qualität und Regionalität liege, und nicht in einer Fokussierung auf die kostengünstige Massenproduktion. Diese Sichtweise wird untermauert von Katrin Jürgens, der Geschäftsführerin des Bündnisses, die die dringende Notwendigkeit betont, widerstandsfähige und nachhaltige Landwirtschaftsstrategien zu entwickeln, um den politischen Gegenwinden standzuhalten.

Anlässlich der Veröffentlichung des "Kritischen Agrarberichts", der in diesem Jahr unter dem Motto "Wandel & Widerstand" veröffentlicht wurde, stellt das Bündnis 50 konkrete Forderungen an die aktuelle Agrarpolitik. Der Bericht, der seit 1993 jährlich erscheint, fungiert als eindringlicher Aufruf an politische Entscheidungsträger, die zukünftige Landwirtschaft neu zu gestalten und die erforderlichen Weichenstellungen vorzunehmen. Das Bündnis umfasst 25 verschiedene Verbände, die sich aus den Bereichen der Landwirtschaft, des Umwelt- und Tierschutzes sowie des Verbraucherschutzes zusammensetzen, und strebt eine zukunftsorientierte Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik an.