11. Februar, 2026

Wirtschaft

Krisenbewältigung bei Mercedes-Benz: Eine Ikone der Automobilindustrie im Fokus

In einer eindrucksvollen Präsentation aus dem renommierten Mercedes-Benz Museum eröffnete der traditionsreiche Autobauer aus Stuttgart die Vorstellung der neuen S-Klasse. Die Veranstaltung wurde durch Videobotschaften prominenter Persönlichkeiten wie dem Popstar Sam Smith, der Tennislegende Roger Federer und dem NVIDIA-CEO Jensen Huang in den Mittelpunkt des Interesses gerückt und mit einem hochkarätigen Glanz versehen. Trotz dieses glanzvollen Auftakts bleibt die Wirklichkeit für Mercedes-Benz jedoch herausfordernd: Ein deutlicher Gewinneinbruch sowie ein Rückgang der Absatzzahlen prägen derzeit das Unternehmensbild.

Der Konzern sieht sich aktuell mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Fondsmanager Moritz Kronenberger von Union Investment vertritt die Ansicht, dass strategische Fehlentscheidungen des Managements zu den gegenwärtigen Schwierigkeiten beigetragen haben. Die frühe und umfassende Ausrichtung auf Elektrofahrzeuge hat sich als übermäßig ambitioniert erwiesen. Der ursprünglich gefasste Plan, bis zum Ende des Jahrzehnts ausschließlich Elektrofahrzeuge im Portfolio zu führen, musste angepasst werden. Mercedes-Chef Ola Källenius verkündete im Februar 2024 eine strategische Neuausrichtung und betonte die Bedeutung der Flexibilität im Hinblick auf Verbrennungsmotoren. Darüber hinaus wurden im Zuge der Chipkrise während der Corona-Pandemie fehlerhafte Schwerpunkte gesetzt, was zu einer ungünstigen Positionierung im Luxussegment führte.

Der Branchenexperte Stefan Bratzel äußerte ebenfalls Kritik an der Unternehmensstrategie, insbesondere im Hinblick auf die Preisgestaltung. Andere Hersteller haben den technischen Rückstand zu Mercedes-Benz aufgeholt und bieten vergleichbare Modelle zu günstigeren Konditionen an. Besonders herausfordernd ist die Situation auf dem chinesischen Markt, wo Mercedes-Benz Marktanteile verloren hat. Junge, dynamische Hersteller agieren in diesem wichtigen Markt mit aggressiven Preisstrategien und setzen den Konzern unter erheblichen Druck.

In Reaktion auf den Umsatzrückgang hat Mercedes-Benz bereits umfangreiche Maßnahmen ergriffen. Ein rigoroses Sparprogramm sowie Optimierungen bei Material- und Produktionskosten sollen die Profitabilität steigern. Bis 2027 ist eine Reduktion der Fixkosten um zehn Prozent anvisiert. Trotz der aktuell herausfordernden Zeiten zeigt sich das Unternehmen optimistisch, ab 2027 positive Entwicklungen verzeichnen zu können. Man strebt insbesondere danach, eine Führungsrolle bei Fahrassistenzsystemen und im Bereich des automatisierten Fahrens zu übernehmen, um so die Innovationsführerschaft weiter auszubauen.