12. September, 2026

Krankenschein

Der Krankenschein, auch als Krankschreibung oder ärztliches Attest bezeichnet, ist ein wichtiges Dokument im deutschen Gesundheitssystem. Er dient dazu, die Arbeitsunfähigkeit eines Patienten aufgrund von Krankheit oder Verletzung ärztlich zu bescheinigen. Damit ist der Krankenschein ein maßgeblicher Nachweis für Arbeitnehmer, um sich von der Arbeit freistellen zu lassen und Krankengeldansprüche bei Versicherungen geltend machen zu können.

In Deutschland besteht für Arbeitnehmer eine gesetzliche Pflicht, ihren Arbeitgeber unverzüglich über eine Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Diese Mitteilung erfolgt typischerweise am ersten Krankheitstag telefonisch oder persönlich. Im Anschluss daran muss der Arbeitnehmer innerhalb einer bestimmten Frist, die je nach Unternehmen variieren kann, den Krankenschein beim Arbeitgeber einreichen. Dieser bescheinigt die ärztliche Diagnose, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit sowie die voraussichtliche Dauer der Krankheit.

Der Krankenschein wird in der Regel vom behandelnden Arzt oder der Ärztin ausgestellt, die den Patienten untersucht haben. Dies kann der Hausarzt, Facharzt oder ein Krankenhausarzt sein. Bei der Ausstellung des Krankenscheins berücksichtigt der Arzt den Gesundheitszustand des Patienten sowie die spezifischen Merkmale der Krankheit oder Verletzung. Um die Arbeitsunfähigkeit zu legitimieren, muss der Krankenschein einige Mindestanforderungen erfüllen, zu denen neben der korrekten ärztlichen Bescheinigung auch die Angabe des Patientennamens, des Versicherungsstatus und der Kontaktadresse gehören.

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, den Krankenschein zu prüfen und in der Personalakte des Arbeitnehmers zu archivieren. Dies gewährleistet, dass die Krankheitstage des Arbeitnehmers korrekt erfasst werden und die Lohnabrechnung entsprechend angepasst werden kann. In vielen Fällen verlangen Arbeitgeber eine Vorlage des Krankenscheins bereits ab dem ersten Krankheitstag, auch wenn dies gesetzlich nicht zwingend erforderlich ist.

Aufgrund der sensiblen Informationen, die ein Krankenschein enthält, unterliegt er dem Datenschutz. Weder der Arbeitgeber noch andere Dritte dürfen ohne Zustimmung des Arbeitnehmers Einsicht in den Krankenschein nehmen. Dies dient dem Schutz der Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers.

Insgesamt ist der Krankenschein ein unverzichtbares Dokument, um Arbeitsunfähigkeit offiziell zu bestätigen und die rechtliche Grundlage für die Freistellung von der Arbeit und die Inanspruchnahme von Krankengeldleistungen zu schaffen.