Die Frage, ob Kork oder Schraubverschluss als Flaschenverschluss vorzuziehen sei, beschäftigt die Weinwelt nicht erst seit gestern. Ästhetisch gesehen scheint der Korken immer die Nase vorn zu haben. Doch zunehmende Umweltaspekte könnten den natürlichen Korken attraktiver erscheinen lassen, obwohl es noch keine endgültige Analyse der Lebenszyklen von Flaschenverschlüssen gibt. Beim Thema Weinqualität scheiden sich die Geister jedoch. Australien und Neuseeland hatten um die Jahrtausendwende genug von den mangelhaften portugiesischen Korken und wechselten fast vollständig zu Schraubverschlüssen. Diese bieten Konsistenz und verhindern die Gefahr einer schwachen Korkbeeinträchtigung, die den Wein seiner Frische und seines Charmes beraubt. Stephen Browett von Farr Vintners lud zu einer vergleichenden Blindverkostung, um herauszufinden, welcher Verschluss besser abschneidet. Überraschend war die hohe Präferenz für Schraubverschlüsse bei den verkosteten neuseeländischen Weinen. Bei den erlesenen Burgunder-Weißweinen von Verget fiel das Urteil uneinheitlicher aus: Die frühen Jahrgänge mit weniger dichten Schraubverschlusslinern waren oft unterlegen, doch ab 2015 hielt sich das Ergebnis die Waage. Bei den Rotweinen bevorzugte eine Mehrheit der Experten den Schraubverschluss, mit Ausnahme eines jüngeren toskanischen Weins. Es zeigt sich, dass der technische Kork wie auch Vergets Burgunder als äußerst verlässlich gelten. Die Varianz der Meinungen verdeutlicht jedoch, dass es keine allgemein gültige Antwort auf die Frage des optimalen Flaschenverschlusses gibt. Doch in Sachen Rotwein scheint der Schraubverschluss, entgegen der gängigen Meinung, die Nase vorn zu haben.
Wirtschaft
Kork oder Schraubverschluss: Die stille Revolution der Weinverschlüsse