01. Februar, 2026

Wirtschaft

Konflikte bei Paketzustellungen und Internetproblemen führen zu vermehrten Schlichtungsanträgen

In jüngster Zeit ist ein deutlicher Anstieg von Schlichtungsanträgen bei der Bundesnetzagentur zu verzeichnen, die von deutschen Staatsbürgern aufgrund von Problemen mit Post- und Telekommunikationsdiensten eingereicht werden. Im Bereich der Postdienste wurden im letzten Jahr 4.805 Anträge registriert. Diese Zahl stellt eine Zunahme von etwa 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, in dem 3.821 Anträge eingereicht wurden. Es gilt jedoch zu beachten, dass nicht alle eingereichten Anträge bearbeitet werden, da nur ein Teil den erforderlichen Zulässigkeitskriterien entspricht. Bereits seit 2024 war eine merkliche Tendenz nach oben zu beobachten, die sich seither fortgesetzt hat. Ein ähnlich konsequenter Anstieg zeigte sich bei Anträgen im Bereich Telekommunikation, die im Jahr 2025 ebenfalls deutlich zunahmen.

Bezogen auf die Postdienstleistungen betrafen etwa 75 Prozent der Schlichtungsanträge Probleme bei der Paketzustellung, während sich die verbleibenden Anträge auf Päckchen, Einschreiben, Briefe und andere Dienstleistungen verteilten. Die Hauptprobleme drehen sich um verlorene Sendungen, während in etwa einem Fünftel der Fälle beschädigte Waren gemeldet wurden. Die Bundesnetzagentur tritt hierbei als Schlichtungsstelle auf, hat jedoch keine vollziehende Befugnis. Obwohl Unternehmen verpflichtet sind, an diesen Verfahren teilzunehmen, steht es ihnen frei, eine Schlichtung abzulehnen. Von den 2.199 bearbeiteten Anträgen führten 823 Verfahren im vergangenen Jahr zu einer Einigung.

Der Marktführer DHL/Deutsche Post scheint im Mittelpunkt vieler dieser Konflikte zu stehen. Etwa 90 Prozent der separaten Beschwerden konzentrieren sich auf diesen Anbieter. Dies stellt eine Veränderung gegenüber dem Jahr 2023 dar, als noch 80 Prozent der Schlichtungen DHL betrafen. Der Anteil von DHL am Paketmarkt liegt bei über 40 Prozent, während er im Briefmarkt etwa 85 Prozent beträgt. Das Unternehmen konkurriert mit anderen großen Anbietern wie Hermes, DPD, GLS sowie Amazon, das einige seiner Sendungen eigenständig zustellt.

Der Verband BPEX, der im Namen der Wettbewerber von DHL spricht, führt das Wachstum der Anträge eher auf die gestiegene Bekanntheit der Schlichtungsverfahren zurück, anstatt auf systematische Mängel der Unternehmen. Angesichts der über vier Milliarden Paketsendungen, die im Jahr 2025 in Deutschland ausgeliefert wurden, sei der Anteil der Schlichtungen verhältnismäßig gering. Die Wettbewerber sind bestrebt, jede Beschwerde ernst zu nehmen und setzen weiterhin auf qualitative Verbesserungen in ihren Abläufen. DHL selbst hat sich zu den steigenden Zahlen der Schlichtungsanträge nicht geäußert.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Bereich der Telekommunikation, wo im letzten Jahr 5.524 Anträge bei der Bundesnetzagentur eingegangen sind – mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu 2024. Häufige Streitfragen waren hier Vertragsbedingungen, technische Probleme und langsame Internetverbindungen. Letztlich konnten in diesem Bereich 1.274 Verfahren erfolgreich durch Einigungen beendet werden. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Erwartungen der Verbraucher an die Dienstleistungsqualität in beiden Sektoren weiterhin hoch sind und dass die Notwendigkeit zur Konfliktlösung steigt.