12. Februar, 2026

Politik

Koalitionspartner üben Kritik an Sparmaßnahmen des Innenministeriums bei Integrationskursen

Die kürzlich durch das Bundesinnenministerium bekanntgegebenen Einsparungen im Bereich der Integrationskurse stoßen auf erheblichen Widerstand innerhalb der Regierungskoalition. Insbesondere die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) äußert Unbehagen über die Entscheidung von Innenminister Alexander Dobrindt. Die Bedenken richten sich vor allem auf die potenziell negativen langfristigen Auswirkungen dieser Maßnahme. Hakan Demir, der innenpolitische Sprecher der SPD, hebt hervor, dass das Budget für Integrationsmaßnahmen bereits im Haushaltsplan fest verankert ist und stellt die Logik der gewünschten Einsparungen in Frage. Es erscheint ihm unverständlich, angesichts der gleichbleibend hohen Zahl von Personen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Demir argumentiert, dass die wirtschaftliche Integration dieser Menschen eine bedeutende Ressource für den deutschen Arbeitsmarkt darstellt und dass Einsparungen kontraproduktiv sein könnten.

Laut Informationen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sind von diesen Einsparungen insbesondere Asylbewerber, Personen mit einer Duldung, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sowie Bürger der Europäischen Union betroffen. Bislang hatten Ausländer ohne gesetzlichen Anspruch die Möglichkeit, kostenlos an den Kursen teilzunehmen, sofern es freie Plätze gab. Zukünftig soll der Zugang jedoch restriktiver ausgelegt und stärker an die im Haushalt zur Verfügung stehenden Mittel angepasst werden. Dies würde möglicherweise den Zugang zu diesen wichtigen Bildungs- und Integrationsmaßnahmen erheblich einschränken.

Auch Marcel Emmerich von den Grünen übt daran scharfe Kritik. Er bezeichnet die geplanten Maßnahmen als widersprüchlich, da sie die Integrationsbemühungen behinderten, obwohl der politische Diskurs immer wieder deren Bedeutung betone. Emmerich weist darauf hin, dass Investitionen in Integrationsmaßnahmen nachweislich gesellschaftliche und wirtschaftliche Erträge bringen. Außerdem betont er, dass durch die Reform der Schuldenbremse neue finanzielle Kapazitäten geschaffen wurden. Dies verleiht dem Vorhaben des Innenministeriums seiner Ansicht nach einen weiteren Grad von Unverständlichkeit. Emmerich hält die Maßnahme für kurzsichtig und nicht zukunftsorientiert, und fordert, dass die Priorität auf langfristigen Investitionen in die gesellschaftliche Integration liegen sollte, statt kurzfristiger Sparmaßnahmen.