Die Spekulationen über mögliche Koalitionen nach der nächsten Bundestagswahl sind ein beliebtes Thema in der politischen Landschaft Deutschlands. Eine solche Konstellation, die immer wieder für Gesprächsstoff sorgt, ist die von CDU/CSU und den Grünen – eine Option, für die CSU-Chef Markus Söder jedoch deutlich kein Mandat seiner Wählerschaft sieht. Bei seiner Rede auf dem CDU-Parteitag in Berlin sprach Söder Klartext und gab der Idee einer Union mit grünem Anstrich eine entschiedene Absage.
Der bayerische Ministerpräsident erläuterte vor den Delegierten, dass er die Vorstellung einer von den Grünen wesentlich mitbestimmten Regierungsarbeit als problematisch erachtet. Die Perspektive einer Ministerin Ricarda Lang stößt bei Söder ebenfalls auf Skepsis. Die Wahlkämpfer der Union, so Söder, sollen sich nicht mit Überlegungen zu einer schwarz-grünen Allianz aufhalten, sondern mit Überzeugungen wie der zurück zu einer ideellen Politik.
Innerhalb der Unionsspitze sorgt die rigide Haltung Söders durchaus für Diskussionsstoff. Friedrich Merz, Parteichef der CDU, hat bislang keine ähnlich eindeutigen Koalitionsausschlüsse manifestiert, was darauf hinweist, dass Meinungen über die strategische Weichenstellung durchaus divergieren.
Söder kritisierte außerdem die außenpolitische Attitüde der Grünen als "Moralweltmeister", und wies die Vorstellung, Deutschland würde als globale Moralinstanz agieren, entschieden zurück. Er appellierte für eine bescheidenere politische Ausrichtung jenseits des "Petra-Kelly-Sounds", die eher Goethes Geist widerspiegelt.
Zudem erteilte der CSU-Vorsitzende Überlegungen zu einer Zusammenarbeit der Union mit der Linkspartei eine klare Absage und adressierte dabei den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther, der vor kurzem einen aufgeschlosseneren Dialog der CDU mit der Linken vorgeschlagen hatte. Söder sieht solche Gedankenspiele als verunsichernd für die Bürger.