Während am heutigen Mittwoch, den 18. Februar 2026, die Zwischendividende von 1,60 Euro je Stammaktie auf den Konten der ASML-Aktionäre landet, richtet sich der analytische Blick auf eine wesentlich explosivere Kennzahl. Der niederländische Technologieführer verzeichnet einen massiven Anstieg der Netto-Neubuchungen.
Die reine Ausschüttungspolitik tritt angesichts der operativen Dynamik in den Hintergrund. Der Markt realisiert erst jetzt das volle Ausmaß des infrastrukturellen Hungers nach Rechenleistung, der die Bewertung des Konzerns neu definiert.
Der Hunger nach KI-Infrastruktur treibt die Auftragsbücher in absolute Rekordhöhen
Die aktuellen Daten belegen einen Sprung der Neubuchungen um signifikante 48 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Anstieg ist direkt auf den globalen Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zurückzuführen. Die Korrelation zwischen dem KI-Capex der Hyperscaler und dem Auftragseingang bei ASML ist unübersehbar.
Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 zeichnet sich dadurch eine klare Umsatzvisibilität ab. Infrastrukturprojekte dieser Größenordnung erfordern Planungssicherheit, weshalb Technologiekonzerne ihre Bestellungen weit im Voraus platzieren, um im technologischen Wettlauf nicht den Anschluss zu verlieren.

Cloud-Hyperscaler kämpfen aggressiv um die knappen EUV-Kapazitäten
Im Zentrum des Interesses stehen die Systeme für Extreme Ultraviolett-Lithographie (EUV). Diese Maschinen sind der technologische Flaschenhals für die Fertigung der leistungsfähigsten Halbleiterknoten, die für High-Performance-Computing zwingend erforderlich sind.
„Das Interesse konzentriert sich besonders auf die Systeme für Extreme Ultraviolett-Lithographie“, so das Management.
Die Fähigkeit von ASML, diese hochkomplexe Lieferkette stabil zu halten, wird zum entscheidenden Faktor für den Aktienkurs. Es geht nicht mehr nur um die Annahme von Aufträgen, sondern um die effiziente Konvertierung in fakturierten Umsatz in den kommenden Quartalen.
Großinvestoren positionieren sich strategisch völlig gegensätzlich am Markt
Trotz der fundamental starken Datenlage herrscht unter institutionellen Investoren Uneinigkeit, was die Aktie zuletzt auf einem Niveau um 1.190 Euro pendeln ließ. Die Smart-Money-Flows zeigen eine deutliche Divergenz in der Bewertung der aktuellen Kursniveaus.
CenterBook Partners LP agierte im dritten Quartal offensiv und stockte die Beteiligung massiv um rund 65,5 Prozent auf. Dies signalisiert ein starkes Vertrauen in die langfristige Wachstumsstory durch KI-Applikationen.
Im direkten Kontrast dazu nutzte Fifth Third Bancorp die hohen Bewertungen zur Gewinnmitnahme. Der institutionelle Akteur reduzierte seinen Bestand im gleichen Zeitraum um 16,1 Prozent. Diese Diskrepanz unterstreicht die Spannung zwischen kurzfristiger Gewinnrealisierung und langfristiger Positionierung im Halbleiterzyklus.


