19. März, 2026

Wirtschaft

Kassel Airport: Finanzielle Engpässe trotz regionalem Wirtschaftswachstum.

Der Kassel Airport sieht sich auch in den kommenden Jahren erheblichen finanziellen Schwierigkeiten gegenüber. Für das Jahr 2025 wird mit einem Defizit von rund fünf Millionen Euro gerechnet. Diese Information wurde vom hessischen Finanzministerium auf Anfrage veröffentlicht. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der genaue Fehlbetrag erst im Sommer 2026, nach dem Abschluss des Wirtschaftsjahres, feststehen wird. Die bisherige Prognose legt nahe, dass der im Wirtschaftsplan vorgesehene Fehlbetrag eingehalten werden kann.

Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2013 verzeichnet der Regionalflughafen, der sich in Calden im Landkreis Kassel befindet, durchgehend hohe Verluste. Zu Beginn der Flughafenoperation betrug das Defizit noch 6,7 Millionen Euro, wohingegen es sich im Jahr 2024 auf knapp fünf Millionen Euro reduziert hat. Trotz dieser langfristigen finanziellen Belastung hält das Land Hessen an seiner Mehrheitsbeteiligung von 68 Prozent am Flughafen fest und betont dessen langfristige Bedeutung und potenziellen Nutzen.

Das hessische Finanzministerium hebt die positiven volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Flughafens hervor, die über die direkten finanziellen Ergebnisse hinausgehen. Obwohl der Kassel Airport vor Herausforderungen im Linien- und Charterverkehr steht, hat er seit seiner Eröffnung bedeutende wirtschaftliche Impulse für die Region Nordhessen und für das gesamte Bundesland gesetzt. Dies schlägt sich insbesondere in der Schaffung von Arbeitsplätzen, in generierten Einkommen und in zusätzlichen Steuereinnahmen nieder. Neben der Landesregierung hält die Stadt Kassel sowie der Landkreis je 14,5 Prozent der Anteile des Flughafens; die Gemeinde Calden besitzt weitere 3 Prozent.

Der Kassel Airport steht symbolisch für die Herausforderungen vieler regionaler Verkehrsflughäfen, die unter wirtschaftlichem Druck stehen, aber dennoch zentrale Infrastrukturfunktionen für ihre Regionen erfüllen. Die anhaltende Unterstützung durch das Land Hessen könnte als Signal gewertet werden, dass die langfristigen Perspektiven und der infrastrukturelle Nutzen höher gewichtet werden als kurzfristige finanzielle Erfolge.