Die rheinischen Karnevalsmetropolen Köln und Mainz sind erneut Schauplatz für pointierte gesellschaftskritische Darstellungen, die in kunstvoller Weise auf den prunkvollen Festwagen zum Ausdruck kommen. In diesem Jahr stehen insbesondere der ehemalige US-Präsident Donald Trump sowie der russische Präsident Wladimir Putin im Fokus der einfallsreichen Wagenbauer. Das unkonventionelle Verhalten Trumps bietet schon seit Jahren Anlass für satirische Aufbereitungen, welche die Narren mit viel Kreativität und spitzer Feder umsetzen. Auf der anderen Seite erfordert Putins politisch heikle Situation einen umsichtigen Umgang in der Darstellung seiner Person.
Die Diskussion um die Abbildung von Putin auf den Karnevalswagen hat in dieser Saison eine neue Intensität erreicht. In der Vergangenheit war die Parodie des russischen Präsidenten ein fester Bestandteil des närrischen Treibens, doch die gegenwärtigen geopolitischen Spannungen verleihen der Thematik eine besondere Sensibilität. Jacques Tilly, prominenter Chefwagenbauer aus Düsseldorf, steht besonders im Rampenlicht, da er mit der Herausforderung konfrontiert ist, Putin weiterhin karikierend darzustellen. Dies steht im krassen Gegensatz zu dem politischen Druck und den rechtlichen Bedrohungen, denen er von Seiten Moskaus ausgesetzt ist. Tillys Entscheidungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die künstlerische Freiheit und die politische Botschaft der Karnevalsumzüge haben.
Die Widerstände gegen die Darstellung Putins beschränken sich dabei nicht nur auf diplomatische Belange. Sie werden auch als Prüfstein für die Freiheit der Meinungsäußerung in Europa gesehen. Der Rheinische Karneval, bekannt für seinen Humor und seine Fröhlichkeit, ist gleichzeitig ein Spiegelbild gesellschaftlicher Themen und zeigt in bunten Farben die Reflexionen der Zeit. Der Mut, mit dem politische und soziale Themen aufgegriffen werden, verdeutlicht einmal mehr, dass Karneval nicht nur ein Fest der Freude, sondern auch eine Plattform für kritische Auseinandersetzungen ist.