Das neue Strategieprogramm Horizon erzwingt harte Einschnitte in die globale Konzernstruktur
Der Hamburger Biotech-Konzern Evotec reagiert auf die anhaltende operative Krise mit einem massiven Umbau seiner Unternehmensstruktur. Das Management hat die sofortige Schließung von vier weltweiten Standorten beschlossen.
Durch diese drastische Konsolidierung wird die globale Präsenz des Unternehmens auf lediglich zehn verbleibende operative Zentren reduziert. Dieser Schritt geht mit einem massiven Stellenabbau einher, der bis zu 800 Mitarbeiter direkt betrifft.
Das als Horizon betitelte Restrukturierungsprogramm zielt primär auf eine radikale Vereinfachung der organisatorischen Komplexität ab. Die Geschäftsführung verspricht sich davon mittelfristig eine signifikante Effizienzsteigerung auf allen administrativen und operativen Ebenen.
„Das neue Geschäftsmodell ermöglicht schnellere Entscheidungen und mehr Agilität gegenüber unseren Kunden und Partnern“, so Vorstandschef Christian Wojczewski.
Die enormen finanziellen Belastungen des Konzernumbaus vernichten kurzfristig die operative Marge
Die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen erfordern immense Vorabinvestitionen, welche die Bilanz der kommenden Jahre schwer belasten werden. Evotec kalkuliert für den Zeitraum von 2026 bis 2028 mit Sonderaufwendungen in Höhe von insgesamt rund 100 Millionen Euro.
Demgegenüber stehen geplante Einsparungen, die sich erst deutlich zeitverzögert in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen sollen. Bis Ende des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Management, die jährlichen Betriebskosten um 75 Millionen Euro zu senken.
Für das als Übergangsjahr definierte Geschäftsjahr 2026 revidiert das Unternehmen seine Markterwartungen drastisch nach unten. Die aktualisierte Prognose sieht einen sinkenden Umsatz zwischen 700 und 780 Millionen Euro vor, während das bereinigte operative Ergebnis auf null bis maximal 40 Millionen Euro einbrechen könnte.
Zum Vergleich zeigen die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 noch einen Jahresumsatz von rund 788 Millionen Euro bei einem bereinigten operativen Ergebnis von etwa 41 Millionen Euro. Investoren müssen sich aufgrund der massiven Restrukturierungskosten auf eine extrem schmerzhafte Durststrecke einstellen.