22. September, 2026

Jaunde-Abkommen

Jaunde-Abkommen Definition:

Das Jaunde-Abkommen bezieht sich auf das am 22. Februar 1967 in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé unterzeichnete Wirtschaftsabkommen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten). Es stellt ein historisches Dokument dar, das den Grundstein für die Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklungshilfe und des Handels zwischen den genannten Ländergruppen legte.

Das Abkommen, das nach der Hauptstadt Kameruns benannt ist, trat am 1. Juni 1975 in Kraft und wurde ursprünglich für zehn Jahre geschlossen. Es wurde jedoch in den folgenden Jahren mehrfach aktualisiert und erweitert, sodass es weiterhin als wichtiges Instrument im Bereich der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit gilt.

Das Jaunde-Abkommen wurde eingeführt, um den AKP-Staaten, die größtenteils Entwicklungs- oder Schwellenländer sind, beim Aufbau ihrer Wirtschaft und beim Abbau von Armut zu helfen. Es legte den Rahmen für Handelspräferenzen, finanzielle Unterstützung und technische Zusammenarbeit fest, um die wirtschaftliche Entwicklung und die Integration der AKP-Staaten in die internationale Handelsgemeinschaft zu fördern.

Im Rahmen des Abkommens erhielten die AKP-Staaten Zugang zum Europäischen Markt und profitierten von Zollbegünstigungen für ihre Waren und Dienstleistungen. Die Europäische Gemeinschaft gewährte finanzielle und technische Hilfe zur Förderung von Investitionen, zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Stärkung der Handelskapazitäten der AKP-Länder.

Die Aktualisierung des Abkommens, bekannt als Lome-Abkommen, trat 1975 in Kraft und hatte deutliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der AKP-Staaten. Es wurde später durch das Cotonou-Abkommen von 2000 abgelöst, das die Zusammenarbeit im Rahmen der Millenniumsentwicklungsziele bekräftigte und den Fokus auf armutsbekämpfende Maßnahmen sowie die Stärkung von Demokratie und Menschenrechten legte.

Insgesamt ist das Jaunde-Abkommen ein bedeutendes Instrument der internationalen Zusammenarbeit und hat maßgeblich zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und Handelsintegration der AKP-Staaten beigetragen.