Während die Automobilindustrie auf elektrische Antriebssysteme umschwenkt, stehen Honda und Nissan vor der Herausforderung, in diesem dynamischen Marktsegment zu bestehen. Nun erörtern die beiden japanischen Hersteller einen historischen Zusammenschluss, wie die Zeitung Nikkei berichtet. Der Deal soll nicht nur Synergien schaffen und Kosten senken, sondern auch die Zukunft der britischen Belegschaft in Frage stellen, denn Nissan beschäftigt in Großbritannien 7.000 Mitarbeiter. Die geplante Fusion würde den kombinierten Unternehmenswert auf 41 Milliarden Pfund steigern und Honda-Nissan damit auf Augenhöhe mit anderen Branchenriesen wie Toyota, Ford und der Stellantis-Gruppe katapultieren. Doch im Vergleich zu Tesla, das mit fast 1,5 Billionen Dollar bewertet wird, und dem chinesischen E-Auto-Hersteller BYD, der rund 82,8 Milliarden Pfund wert ist, bleibt das neue Unternehmen ein kleiner Spieler. Trotz der Schwierigkeiten, die durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge entstanden sind, haben Nissan und Honda bereits Schritte unternommen, um dem Wandel zu begegnen. Eine kürzlich angekündigte Reduzierung der Nissan-Produktionszahlen, verbunden mit einem globalen Stellenabbau von 9.000 Arbeitsplätzen, signalisiert die Ernsthaftigkeit der Lage. Insbesondere im Vereinigten Königreich hat Nissan die Regierung davor gewarnt, dass die Automobilindustrie an einem "Krisenpunkt" stehe, und fordert, die strenge EV-Quotenregelung zu mildern. Im vergangenen Jahr verzeichneten Honda und Nissan gemeinsam einen Absatz von 7,4 Millionen Fahrzeugen, während sie in China – dem Epizentrum des E-Auto-Markts, das im November fast 70 % des weltweiten EV-Absatzes auf sich vereinte – unter Konkurrenzdruck von BYD und weiteren stehen. Eine bestehende Kooperation in den Bereichen EV-Technologien und Batterien illustriert die Bemühungen beider Unternehmen, ihre Marktposition zu stärken. Geplant ist die Gründung einer gemeinsamen Holdinggesellschaft, wobei auch die Einbindung von Mitsubishi Motors, an dem Nissan mit 24 % beteiligt ist, in Betracht gezogen wird. Diese strategische Bewegung könnte einen der größten Auto-Konzerne weltweit entstehen lassen. Fraglich bleibt allerdings, wie sich diese Fusion auf die bestehende Allianz von Nissan mit Renault und Mitsubishi auswirken wird.
Wirtschaft
Japanische Auto-Giganten planen Zusammenschluss: Honda und Nissan im Fusionsgespräch