US-Finanzministerin Janet Yellen äußerte Bedenken hinsichtlich der Pläne des designierten Präsidenten Donald Trump, umfassende Importzölle zu erheben. Diese Maßnahmen könnten nicht nur den Fortschritt bei der Bekämpfung der Inflation gefährden, sondern auch die Kosten für Haushalte und Unternehmen in die Höhe treiben, warnte sie auf einer Veranstaltung des Wall Street Journal CEO Councils. Trumps Vorhaben, Zölle von 60 Prozent auf chinesische Importe sowie zwischen 10 und 20 Prozent auf Waren aus anderen Ländern zu erheben, könnte die Preise für amerikanische Verbraucher erheblich steigern und Unternehmen unter erheblichen Kostendruck setzen, betonte Yellen. Sie warnte, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Sektoren der US-Wirtschaft beeinträchtigen und das bisher Erreichte im Kampf gegen die Inflation gefährden könnte. Im Hinblick auf die finanzielle Situation der USA äußerte Yellen Besorgnis über die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen. Das Auslaufen der Steuererleichterungen für Einzelpersonen und Kleinunternehmen aus dem Jahr 2017 bis 2025 könnte über einen Zeitraum von zehn Jahren ein Defizit von fünf Billionen Dollar verursachen, falls der Kongress keine entsprechenden Gegenmaßnahmen ergreift. Der im September zu Ende gegangene Haushalt der Biden-Administration wies ein Defizit von 1,83 Billionen Dollar auf, da die Kosten für Schuldzinsen erstmalig die Marke von einer Billion Dollar überschritten. Im Austausch mit Trumps designiertem Finanzminister, Hedgefonds-Manager Scott Bessent, hob Yellen die Bedeutung der analytischen, integren und professionellen Arbeit des Ministeriums hervor. Die Expertise der zivilen Mitarbeiter des Finanzministeriums sei von entscheidender Bedeutung für die Finanzmärkte und die Wirtschaft der USA. Außerdem bekräftigte sie ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit der Federal Reserve und deren unpolitische Ausrichtung.
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Janet Yellen warnt vor Trumps Zollplänen: Teuerungen drohen