Das wirtschaftliche Klima für viele deutsche Unternehmen bleibt weiterhin herausfordernd, wie die jüngsten Statistiken der Jahreswende eindrucksvoll verdeutlichen. Laut vorläufiger Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen bei den Amtsgerichten im Dezember um bemerkenswerte 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im November war dieser Anstieg mit 5,7 Prozent noch vergleichsweise moderat. Dabei ist zu beachten, dass Insolvenzanträge in den Statistiken erst nach einer ersten gerichtlichen Entscheidung erfasst werden, was das tatsächliche Einreichdatum oft um etwa drei Monate zurückverlegt.
Obwohl umfassende Informationen über das vergangene Jahr bislang fehlen, bieten die verfügbaren Daten über Oktober 2025 relevante Einblicke: Im Vergleich zum Vorjahr gab es in diesem Monat 2.108 Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 4,8 Prozent entspricht. Auffallend ist, dass die Gläubigerforderungen auf 2,6 Milliarden Euro gesunken sind, nachdem sie im Oktober des Vorjahres noch bei 3,8 Milliarden Euro lagen.
Die derzeitigen Entwicklungen treffen insbesondere die Sektoren Verkehr, Gastgewerbe und Bau besonders hart. Eine Analyse des renommierten Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigt auf, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen im Jahr 2025 mit 17.604 Fällen auf den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten gestiegen ist. Zum Vergleich: Sogar während der globalen Finanzkrise 2009 lagen die Zahlen rund fünf Prozent niedriger.
Experten des IWH identifizieren die Nachwirkungseffekte aus der Corona-Pandemie und die aktuelle Zinspolitik als Hauptursachen für diesen Trend. Zusätzlich wird die Situation durch eine allgemein angespannte wirtschaftliche Lage verschärft. Diese Entwicklung mahnt sowohl die Politik als auch die Wirtschaft, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um die finanzielle Resilienz von Unternehmen zu stärken und zukünftige Herausforderungen abzufedern.