01. April, 2026

Wirtschaft

IWF dämpft Erwartungen: Deutsche Wirtschaft auf Schleichfahrt

IWF dämpft Erwartungen: Deutsche Wirtschaft auf Schleichfahrt

Die Wachstumsaussichten der deutschen Wirtschaft trüben sich, wenn es nach dem Internationalen Währungsfonds geht. Eine geradezu minimale Steigerung von 0,2 Prozent prophezeit der IWF für 2023. Noch im Januar lag die Schätzung bei 0,5 Prozent. Damit würde Deutschland in der Riege der wirtschaftsstarken G7-Nationen das Feld von hinten aufrollen. Trotzdem bleibt der IWF global gesehen optimistisch und hebt seine Vorhersage für das weltweite Wirtschaftswachstum leicht von 3,1 auf 3,2 Prozent an.

Die Perspektive für die kommenden Jahre sieht für die deutsche Ökonomie etwas sonniger aus: Für 2025 wird mit einer Steigerung um 1,3 Prozent gerechnet, trotz einer Herabsetzung um 0,3 Prozentpunkte gegenüber früheren Prognosen. Grund zur Sorge geben langfristige Herausforderungen wie eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung und Investitionshemmnisse. Führende Wirtschaftsinstitute zeichnen für das laufende Jahr ein noch zurückhaltenderes Bild und erwarten lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent, blicken jedoch mit 1,4 Prozent für das nächste Jahr etwas optimistischer in die Zukunft.

Die globale Konjunkturlage präsentiert sich laut IWF trotz mannigfaltiger Schwierigkeiten als bemerkenswert resilient. Auch für 2025 bleibt die Prognose für das globale Wirtschaftswachstum bei 3,2 Prozent. Herausforderungen wie Lieferkettenunterbrechungen, der Krieg in der Ukraine, Inflationsdruck und rigide Geldpolitik hätten bislang nicht zu einer Rezession geführt.

In den Vereinigten Staaten übertrifft sich die Wirtschaft's performance selbst, was dem IWF zufolge unter anderem auf eine robuste private Nachfrage zurückzuführen ist. Für 2023 erwartet der IWF ein Wachstum von erstaunlichen 2,7 Prozent, eine markante Anpassung im Vergleich zu früheren Prognosen.

Weniger erfreulich stellt sich die Lage Chinas dar, dessen Wirtschaft laut IWF insbesondere unter einem schwächelnden Immobiliensektor leidet. Für dieses Jahr bleibt die Wachstumsprognose gleichwohl bei 4,6 Prozent. Hingegen sieht der IWF Russland trotz Sanktionen und geopolitischer Isolation auf einem Wachstumspfad und hat die Prognosen für das Land nach oben korrigiert.

Im Hinblick auf die Inflation, erwartet der IWF für das Jahr 2024 weltweit eine Rate von 5,9 Prozent, mit einer leichten Abnahme im folgenden Jahr. Besonders für Industrienationen sieht er die Lage als verhältnismäßig stabil an.

Dennoch mahnt der Währungsfonds zur Vorsicht angesichts vielfältiger Risiken. Dauerhaftere Zinssteigerungen und die damit verbundene Teuerung von Krediten könnten die Volkswirtschaften weltweit belasten und die Inflation anheizen. Eine wachsende geopolitische Zersplitterung und Schwierigkeiten im chinesischen Wachstum könnten ebenso zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringen.