Die Verhaftung der italienischen Journalistin Cecilia Sala in Iran zieht weite Kreise und sorgt für diplomatische Anstrengungen zwischen Rom und Teheran. Sala, die für die renommierte Tageszeitung Il Foglio schreibt, wurde am 19. Dezember festgesetzt. Die italienischen Behörden bemühen sich derzeit um Aufklärung der Umstände ihrer Festnahme und um ihre Freilassung. Entgegen der üblichen Praxis machte Il Foglio die Verhaftung öffentlich, nachdem die italienische Regierung versichert hatte, dass dies die Bemühungen um eine sichere Heimkehr Salas nicht behindern würde. Erst kurz zuvor hatte Italien einen iranischen Staatsbürger festgenommen, der von den USA beschuldigt wurde, Drohnentechnologie an Teheran geliefert zu haben. Ein weiterer Iraner wurde in der Schweiz aus ähnlichen Gründen festgenommen. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto verurteilte die Festnahme Salas als 'inakzeptabel' und versicherte, Italien setze alle Hebel in Bewegung, um ihre Freilassung zu erzielen. Der italienische Botschafter in Teheran hat Sala im Gefängnis besucht, um sich über ihre Haftbedingungen und ihren Gesundheitszustand zu informieren. Bislang durfte die Journalistin zweimal mit ihrer Familie telefonieren. Angesichts der heiklen Situation rund um Salas Festnahme gab das Außenministerium bekannt, in Abstimmung mit ihren Eltern keine weiteren öffentlichen Kommentare abzugeben, um das Verfahren nicht zu gefährden. Seitens der iranischen Behörden gibt es bislang keine Bestätigung der Verhaftung. Die Region steht unter zunehmendem Druck, vor allem nach dem überraschenden Machtverlust des syrischen Regimes von Bashar al-Assad, einem wichtigen Verbündeten Teherans. Gleichzeitig kämpft Iran mit Maßnahmen wie Lockdowns, angeblich bedingt durch eine Energiekrise und Umweltverschmutzung. Sala, die bereits aus Kriegsgebieten wie der Ukraine und dem Libanon berichtet hat, sollte am 20. Dezember nach Italien zurückkehren. Gleichzeitig ist sie Moderatorin eines beliebten Podcasts über internationale Politik bei Chora Media. Kurz vor ihrer Festnahme veröffentlichte sie eine Episode aus Iran mit der lokalen Standup-Komikerin Zeinab Musavi, die wegen öffentlicher Kritik am Regime inhaftiert, dann aber wieder freigelassen wurde. Der Chefredakteur von Il Foglio, Claudio Cerasa, betonte die Wichtigkeit der Pressefreiheit, selbst in repressiven Staaten, und fordert Salas Rückkehr: 'Journalismus ist kein Verbrechen, lasst uns sie nach Hause bringen.'
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Italienische Journalistin in Iran festgenommen: Diplomatische Bemühungen im Fokus