Während ihres offiziellen Besuchs in Äthiopien kündigte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an, dass Italien plant, dem sogenannten 'Friedensrat' des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump als Beobachter beizutreten. Diese Ankündigung signalisiert einen markanten Wendepunkt in der italienischen Außenpolitik. Italien hatte sich bisher aufgrund verfassungsrechtlicher Einschränkungen einer Vollmitgliedschaft in diesem Gremium enthalten. Der Friedensrat, ein stark auf Trump ausgerichtetes Gremium, wurde vor kurzem im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos gegründet und ruft seither kontroverse Reaktionen hervor.
Innerhalb der Europäischen Union erhält diese Initiative gemischte Unterstützung. Bislang sind Bulgarien und Ungarn die einzigen EU-Staaten, die das Vorhaben befürworten. Im Gegensatz dazu betrachten bedeutende Mitgliedsstaaten wie Deutschland den Friedensrat als eine mögliche Konkurrenz zu bestehenden Institutionen wie den Vereinten Nationen und halten sich daher zurück. Derzeit zählen 26 Staaten zu den Mitgliedern des Friedensrats. Die divergierenden Meinungen innerhalb der EU zeigen die komplexe geopolitische Dynamik, die das neue Gremium umgibt.
Ministerpräsidentin Meloni hob hervor, dass die Einladung der USA, Italien als Beobachter am Friedensrat zu beteiligen, eine kluge und pragmatische Entscheidung sei. Diese Rolle ermögliche es Italien, zu den Bestrebungen beizutragen, die Stabilität im Nahen Osten zu fördern. Die endgültige personelle Besetzung Italiens in dieser Funktion bleibt abzuwarten, was jedoch bei den gegenwärtigen geopolitischen Anstrengungen von hoher Bedeutung ist.
Meloni, die für ihre pragmatische Herangehensweise an die Politik Trumps bekannt ist, betrachtet die Teilnahme Italiens als eine wertvolle Gelegenheit, die internationale Präsenz und den Einfluss des Landes zu stärken. Dies unterstreicht ihr Bestreben, Italien nicht nur als europäischen, sondern auch als globalen Akteur auf der internationalen Bühne zu positionieren. In einer Zeit, in der internationale Allianzen und diplomatische Beziehungen neu definiert werden, könnte dieses Engagement eine strategische Erweiterung der italienischen Außenpolitik darstellen.