In einer gezielten militärischen Operation hat die israelische Armee die Kontrolle über den palästinensischen Teil des Grenzübergangs Rafah übernommen. Wie ein ranghoher Militärvertreter mitteilte, befinden sich israelische Einheiten im Osten von Rafah und halten strategisch wichtige Punkte in dem Gebiet. Diese Maßnahme folgte auf den Raketenbeschuss vom Sonntag, bei dem vier israelische Soldaten getötet wurden, ausgeführt von Mitgliedern des militärischen Arms der Hamas.
Die israelische Präsenz am Rafah-Übergang, der eine wichtige Verbindung nach Ägypten darstellt, zielt vor allem darauf ab, den vermuteten Missbrauch durch die Hamas für terroristische Aktivitäten zu unterbinden. Spezialkommandos durchforsten den Bereich nach Hinweisen auf Terroristen. Die Mehrheit der Zivilisten und Vertreter humanitärer Organisationen hat sich bereits aus dem Gebiet zurückgezogen, nachdem die israelische Armee Warnungen und Evakuierungsaufforderungen ausgesprochen hatte.
Trotz des aktuellen Waffenstillstandsvorschlags vonseiten der Hamas, der am Montagabend bekannt gegeben wurde, geht die Operation weiter. Laut israelischen Quellen erfüllt der Vorschlag nicht die Anforderungen Israels. Eine Überprüfung des Angebots ist im Gange und eine israelische Delegation wird zu weiteren Gesprächen nach Kairo aufbrechen.
Der Mitteilung nach wurden im Rahmen der nächtlichen Aktion 20 mutmaßliche Terroristen getötet und drei Tunnelzugänge aufgedeckt. Zur Abwehr einer Bedrohung durch ein sprengstoffbeladenes Fahrzeug kam es zum Einsatz von Gegenmaßnahmen, und das Auto wurde zerstört. Die israelische Luftwaffe griff in der Zwischenzeit hundert Ziele in dem Bereich an, allerdings gab es auf israelischer Seite keine Verluste zu beklagen.
Das beobachtende Ausland sorgt sich zunehmend um die Auswirkungen dieser Operationen auf die Zivilbevölkerung des Gazastreifens. Währenddessen bleibt der Grenzübergang Kerem Schalom für humanitäre Hilfsgüter vorerst geschlossen, obgleich bestehende Pläne dessen baldige Wiedereröffnung vorsehen.