Die militärische Maschinerie der Supermacht USA hat sich unaufhaltsam in Bewegung gesetzt. Während die Weltöffentlichkeit noch über diplomatische Lösungen spekuliert, schafft Washington längst Fakten auf hoher See.
Der nukleargetriebene Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ pflügt derzeit durch den Ozean, Kurs: Naher Osten. Die Botschaft an Teheran ist unmissverständlich, doch die eigentliche Erschütterung findet derzeit hinter den verschlossenen Türen der westlichen Allianz statt.
Ein ungewöhnliches Bündnis warnt Washington eindringlich vor der totalen Eskalation.
Hinter den Kulissen spielen sich dramatische Szenen ab. Jerusalem und Riad, geopolitisch oft Antipoden, ziehen in dieser existenziellen Frage plötzlich am selben Strang. Die Angst vor dem unkontrollierbaren „Big Bang“ eint die Region.
Sowohl Israels Premier Benjamin Netanjahu als auch die Führungshäuser von Saudi-Arabien, Katar, Oman und Ägypten haben die Trump-Administration in den letzten 48 Stunden hektisch kontaktiert. Die klare, fast flehende Bitte: Verschiebt jeden geplanten Angriff.
Die Sorge ist rein rationaler Natur. Ein US-Erstschlag könnte die gesamte Region in einen Flächenbrand stürzen, der Investitionen vernichtet und Ölpreise explodieren lässt. Die arabischen Partner fürchten konkret, ins Kreuzfeuer iranischer Vergeltungsschläge zu geraten, sollten die USA zuschlagen.
Die US-Marine verlegt massive offensive Feuerkraft in die Krisenregion.
Doch Diplomatie ist das eine, militärische Logistik das andere. Ungeachtet der Warnungen aus den Palästen der Verbündeten rollt der Nachschub. Die Verlegung der Trägergruppe vom Südchinesischen Meer in den Persischen Golf ist kein bloßes Säbelrasseln mehr.
Die „Abraham Lincoln“ bringt Tausende Soldaten, Begleitschiffe und Dutzende Kampffjets in Stellung. Ankunftszeit: Etwa eine Woche. Das Pentagon schafft hier operative Realitäten, die sich nicht einfach per Telefonanruf rückgängig machen lassen.
Das Weiße Haus nutzt die absolute Unberechenbarkeit als strategische Waffe.
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bringt die derzeitige Doktrin der Verunsicherung auf den Punkt: „Nur Präsident Trump weiß, was er unternehmen wird.“ Niemand, nicht einmal die engsten Partner, scheint eingeweiht zu sein.
Diese Ungewissheit ist Teil des Kalküls. UN-Botschafter Mike Waltz drohte im Sicherheitsrat unverhohlen: Alle Optionen liegen auf dem Tisch. Man wolle das „Schlachten“ im Iran beenden. Trump inszeniert sich als „Mann der Tat“, im scharfen Kontrast zur Debattenkultur der Vereinten Nationen.
Das Regime in Teheran kämpft innenpolitisch ums nackte Überleben.
Der Zeitpunkt dieser Eskalation ist nicht zufällig gewählt. Die Mullahs stehen mit dem Rücken zur Wand. Seit Dezember erschüttern Massenproteste das Land, getrieben von einer implodierenden Wirtschaft und Inflation.
Das Weiße Haus reklamiert bereits erste Erfolge dieser massiven Druckkulisse für sich. Angeblich seien 800 geplante Hinrichtungen im Iran aufgrund des US-Drucks abgesagt worden – eine Zahl, die kaum unabhängig verifizierbar ist, aber das Narrativ der Stärke untermauert.
Die Diplomaten reden noch, aber die Waffen sind bereits geladen. Trump hat den Finger am Abzug, und seine Alliierten halten den Atem an.


