11. Januar, 2026

Politik

Isolation des Internets: Irans Regierung greift zu Zugriffsbeschränkungen zur Niederschlagung von Protesten

Im Kontext der gegenwärtigen landesweiten Proteste im Iran hat die Regierung zum vierten Mal in Folge entschieden, den Zugang zum Internet großflächig zu sperren. Diese Maßnahmen wurden von Netblocks, einer Organisation, die sich auf die Überwachung von Netzwerken und Internetsperren spezialisiert hat, dokumentiert und über die Plattform X mitgeteilt. Laut Netblocks bestehen diese Sperren mittlerweile seit über 60 Stunden. Diese Zensurmaßnahme wird von internationalen Beobachtern als erhebliche Bedrohung für die Sicherheit und das Wohl der iranischen Bürger betrachtet.

Die Regierung des Iran scheint durch diese Internetsperren das Ziel zu verfolgen, die Koordination und Kommunikation unter den Demonstrierenden erheblich zu erschweren. Zudem soll die Verbreitung von Informationen, darunter Berichte, Fotos und Videos der laufenden Protestbewegung, im Keim erstickt werden. Solche Aktionen verstärken die Besorgnis, dass die Regierung möglicherweise versucht, sich erneut der digitalen Abschottung zu bedienen, um die Proteste ohne internationale Beobachtung mit Gewalt zu unterdrücken.

Ungeachtet der weitreichenden Internetsperren und den damit einhergehenden Schwierigkeiten in der Kommunikation, hat das Menschenrechtsnetzwerk HRNA, mit Sitz in den USA, festgestellt, dass am Samstagabend erneut Proteste in 185 Städten im Iran stattfanden. Diese Berichte verdeutlichen die Entschlossenheit der Demonstrierenden, ihre Forderungen trotz staatlicher Repressionen öffentlich zu artikulieren. Zudem wird die Zahl der in den seit zwei Wochen anhaltenden Massendemonstrationen getöteten Personen auf insgesamt 116 geschätzt, was die brutale Reaktion der Behörden auf die Proteste unterstreicht.

Die internationale Gemeinschaft nimmt diese Entwicklungen mit großer Besorgnis wahr und ruft die iranische Regierung dazu auf, ihre Zensurpraktiken zu überdenken und den respektvollen Umgang mit den Rechten der Bürger sowie die Wahrung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sicherzustellen. Der Zugang zum Internet ist ein grundlegendes Menschenrecht, das nicht als Mittel zur politischen Kontrolle missbraucht werden sollte, insbesondere in Zeiten, in denen der Informationsfluss für die Sicherheit und die Rechte der Bürger von entscheidender Bedeutung ist.