30. März, 2026

Global

Irans Hormus-Erpressung: Teheran fordert Souveränität über die wichtigste Wasserstraße der Welt

Mautgebühren bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff, Inspektionsrechte für Revolutionswächter, ein Gesetz zur Institutionalisierung der Kontrolle: Der Iran macht die Straße von Hormus zum geopolitischen Druckmittel.

Irans Hormus-Erpressung: Teheran fordert Souveränität über die wichtigste Wasserstraße der Welt
Iran fordert Souveränität über Hormus, 2 Mio. Dollar Maut pro Schiff, Inspektionsrechte für Revolutionswächter. Trumps Deadline läuft am 6. April.

Ein Ultimatum, das niemand erfüllen kann

Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran bis zum 6. April verlängert. Die Märkte haben das nicht beruhigt. Brent-Öl stieg am Freitag wieder über 100 Dollar pro Barrel. Denn was der Iran als Antwort auf Trumps 15-Punkte-Forderungskatalog präsentiert hat, ist keine Verhandlungsbasis – es ist eine Gegenoffensive.

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Teheran verlangt die Anerkennung iranischer „Souveränität über die Straße von Hormus". Außenminister Abbas Araghchi machte klar, dass die neuen Kontrollregeln nicht temporär sind: „Selbst nach dem Krieg" werde die iranische Kontrolle der Meerenge bestehen bleiben.

Das ist keine Kriegspropaganda. Es ist eine strukturelle Neuordnung der globalen Handelswege – formuliert als Bedingung für künftige Passagen.

Vor dem Krieg 135 Schiffe täglich – jetzt Einzelgenehmigungen

Vor dem Krieg durchfuhren täglich 135 Schiffe die Straße von Hormus. Heute entscheiden die iranischen Revolutionswächter Schiff für Schiff. Wer passieren will, braucht eine Genehmigung, muss Eigentümer und Fahrtsziel offenlegen, Kommunikationsprotokolle mit der iranischen Marine teilen und jederzeit Inspektionen durch die Revolutionswächter dulden.

Die Kosten dafür sind real und bekannt. Laut dem maritimen Datenanbieter Lloyd's List Intelligence mussten Reeder bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff an das Regime zahlen. Keine Transportversicherung der Welt deckt dieses Risiko zu normalen Prämien.

Das iranische Parlament bereitet nun ein Gesetz vor, das diese Kontrolle institutionalisiert und die Mautgebühr formal verankert. „Fars News", ein Medienkanal der Revolutionswächter, berichtete unter Berufung auf einen Abgeordneten, dass das Gesetz explizit Staaten bestrafen soll, die Sanktionen gegen den Iran verhängt haben.

Europa und die USA bleiben außen vor

Araghchi ließ keinen Zweifel daran, wessen Schiffe passieren dürfen: China, Russland, Indien, Pakistan, Irak und Bangladesch. Kein europäisches Land auf dieser Liste. Kein westlicher Verbündeter.

Am Freitag blockierten die Revolutionswächter drei Frachtschiffe – darunter zwei Schiffe der China Ocean Shipping Group COSCO, die am Donnerstagabend in Dubai abgelegt hatten. „Die Passage von und zu Häfen von Unterstützern der USA und Israels ist grundsätzlich verboten", schrieben die Revolutionswächter auf ihrem Telegram-Kanal.

Dubai ist eine neutrale Handelsmetropole. Dass selbst COSCO-Schiffe zurückgewiesen wurden, zeigt, wie willkürlich und lückenhaft Teherans Kontrolle praktisch ist – und wie gefährlich für den globalen Warenverkehr.

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Völkerrecht gebrochen – aber niemand kann es erzwingen

Die rechtliche Lage ist eindeutig. Gemäß dem UN-Seerechtsübereinkommen von 1982 ist die Straße von Hormus eine internationale Meerenge. Der Iran hat das UNCLOS unterzeichnet, aber nie ratifiziert. Die USA und Israel ebenfalls nicht.

Eine Analyse der Nottingham Law School stellt klar: Angriffe auf zivile Schiffe nicht kriegführender Staaten und Angriffe auf zivile Infrastruktur sind nach humanitärem Völkerrecht verboten. Sie sind Kriegsverbrechen.

Teheran argumentiert mit dem Recht auf Selbstverteidigung. Doch die Revolutionswächter haben Handelsschiffe aus Drittstaaten blockiert und angegriffen, die keinerlei Verbindung zu den Kriegsparteien haben. Das Regime bezeichnet die Meerenge als offen – für jene, die seinen Bedingungen gehorchen.

Eine Billion Dollar Handel täglich – durch eine kontrollierte Schleuse

Die wirtschaftliche Dimension ist kaum zu überschätzen. Durch die Straße von Hormus werden täglich rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gasexporte verschifft. Flüssiggas für Japan und Korea, Rohöl für Europa und Indien, Chemikalien für die globale Industrie.

Wenn der Iran diese Route dauerhaft zur Mautstraße macht, mit Inspektionsrechten für Revolutionswächter und politischer Selektion der Passagierstaaten, hat das globale Konsequenzen, die über den aktuellen Ölpreis weit hinausgehen. Lieferketten müssten dauerhaft umgeleitet werden. Versicherungsprämien würden strukturell steigen. Handelsbeziehungen würden sich neu sortieren.

Trumps 6.-April-Deadline und keine Lösung in Sicht

Trump hat bis zum 6. April verlängert. Was danach kommt, ist unklar. Eine militärische Eskalation zur Öffnung der Meerenge hätte Konsequenzen, die Washington noch nicht in ihrer vollen Dimension kommuniziert hat. Eine diplomatische Lösung setzt voraus, dass beide Seiten verhandlungsbereit sind – was derzeit nicht der Fall ist.

Araghchi hat gesagt, was der Iran will. Die USA, Europa und die Golfstaaten werden iranische Souveränität über Hormus nicht akzeptieren. Das ist die Sackgasse, in der die Welt am Freitagabend steht.

Brent über 100 Dollar. Drei COSCO-Schiffe zurückgewiesen. Ein Gesetz in Vorbereitung. Und ein Ultimatum, das in neun Tagen ausläuft.

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