Im Iran gehen die landesweiten Proteste unvermindert weiter, und die Berichte über die humanitäre Lage sind zutiefst besorgniserregend. Das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA hat erklärt, dass bei den anhaltenden Unruhen mindestens 65 Personen ihr Leben verloren haben. Darüber hinaus wurden nach ihren Angaben mehr als 2.300 Menschen im Zuge der Proteste inhaftiert. Die Demonstrationen, die sich über 180 Städte erstrecken, halten trotz nahezu vollständiger Internetsperren an, was ihre weitreichende Organisation und den ungebrochenen Willen der Demonstrierenden verdeutlicht. Diese alarmierenden Zahlen konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.
Die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo berichtete zuvor von 51 getöteten Demonstrierenden. Es wird jedoch befürchtet, dass diese Zahl unvollständig ist, da die neuesten Ereignisse aus mehreren großen Städten noch nicht vollständig berücksichtigt wurden. Zusätzlich gibt es zahlreiche Berichte über Hunderte von Verletzten als Folge der Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Diese Berichte untermauern das extreme Spannungsniveau zwischen den Demonstrierenden und den staatlichen Stellen.
Die aktuelle Protestwelle, die Ende Dezember ihren Ausgangspunkt nahm, wird durch eine tiefe wirtschaftliche Krise und den dramatischen Verfall des iranischen Rial angeheizt. Was in der Hauptstadt Teheran mit Aufständen unzufriedener Händler begann, hat sich mittlerweile zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Die Regierung Irans versucht, durch rigorose Internetzensur und die Unterdrückung von Berichterstattungen über die Unruhen, die Kommunikation und Koordination unter den Protestierenden zu behindern. Durch diese Maßnahmen soll die internationale Gemeinschaft im Unklaren über das wahre Ausmaß der staatlichen Repressionen gehalten werden.
Angesichts der angespannten Lage bleibt die internationale Gemeinschaft alarmiert und fordert die iranische Regierung auf, die Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht ihrer Bevölkerung zu respektieren. Der weltweite Aufruf zu einer friedlichen Lösung der Konflikte bekräftigt die Dringlichkeit, mit der die internationale Gemeinschaft die Ereignisse im Iran verfolgt. Beobachter und Menschenrechtsorganisationen betonen die Notwendigkeit einer transparenten und unabhängigen Untersuchung der Vorkommnisse, um das volle Ausmaß der gegenwärtigen Krise aufzudecken.