09. Februar, 2026

Politik

Iran: Verhaftung prominenter Reformpolitiker*innen

Im Iran intensiviert sich die Welle von Verhaftungen, die sich gegen prominente Vertreter reformorientierter Bewegungen richtet. In Zeiten wachsender politischer Spannungen melden iranische Medien die Inhaftierung führender Persönlichkeiten. Unter den Festgenommenen befindet sich Asar Mansuri, die Vorsitzende einer bedeutenden reformorientierten Partei. Die Justiz-nahe Nachrichtenagentur Misan bestätigte diese Entwicklung und berichtete von der Inhaftierung weiterer Politiker. Ihnen werden Vorwürfe der 'Aufstachelung zur Unruhe' und der Verbreitung 'falscher Positionen' gemacht, wobei konkrete Namen weiterer Betroffener bisher nicht offenbart wurden.

Zu den bekannten Inhaftierten gehört Ebrahim Asgharsadeh, ein entschiedener Kritiker des derzeitigen extrem konservativen Regimes. Asgharsadeh war einst Mitglied des iranischen Parlaments und des Stadtrats von Teheran. Ebenfalls festgenommen wurde Mohsen Aminsadeh, ein erfahrener Diplomat, der als stellvertretender Außenminister unter der Regierung von Präsident Mohammad Chatami tätig war. Die Verhaftungen dieser erfahrenen Politiker markieren einen weiteren Punkt im fortlaufenden Muster des wachsenden politischen Drucks auf Aktivisten und Befürworter von Reformen.

Diese Verhaftungswelle folgt auf die Massenproteste, die sich im Dezember entfachten und in denen sowohl die wirtschaftliche Notlage Irans als auch die autoritäre Führung des Landes angeprangert wurden. Die Berichterstattung über die Proteste und deren Niederschlagung zeigt deutliche Diskrepanzen in der Öffentlichkeit. Menschenrechtsorganisationen verurteilen das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte Anfang Januar, während die iranische Regierung ihr Einschreiten damit rechtfertigt, dass externe Kräfte, angeblich angeworbene Söldner aus den USA und Israel, terroristische Aktivitäten geplant hätten.

In diesem angespannten Kontext stehen auch Journalisten und politische Akteure, die die offizielle Linie hinterfragen oder kritisieren, unter massivem Druck. Sie laufen Gefahr, mit strafrechtlichen Konsequenzen konfrontiert zu werden. Diese Entwicklungen deuten auf eine Verschärfung der Repressionen gegen Stimmen hin, die sich für politische Veränderungen und Demokratie im Iran einsetzen.