21. Februar, 2026

Unternehmen

Investoren fordern sofortigen Rausschmiss bei Starbucks

Einflussreiche Pensionsfonds machen mobil gegen die Wiederwahl von zwei Top-Direktoren. Der eskalierende Arbeitskampf bedroht jetzt den gesamten Turnaround.

Investoren fordern sofortigen Rausschmiss bei Starbucks
Pensionsfonds gegen Wiederwahl von Knudstorp und Ford bei Starbucks.

Eine Investoren-Koalition setzt die Starbucks-Führung massiv unter Druck

Am Mittwoch formierte sich neuer Widerstand gegen die Führungsriege von Starbucks (SBUX.O). Eine Allianz aus Investoren, darunter bedeutende öffentliche Pensionsfonds, hat die Aktionäre offiziell dazu aufgefordert, gegen die Wiederwahl von zwei Vorstandsmitgliedern zu stimmen.

Der Vorwurf wiegt schwer: Das Gremium habe es versäumt, die Arbeitsbeziehungen effektiv zu managen. Hintergrund ist der festgefahrene Konflikt mit der Gewerkschaft Starbucks Workers United, der die operative Stabilität des Kaffeegiganten gefährdet.

Die Unruhe unter den Kapitalgebern ist ein direktes Resultat der andauernden Verhandlungen über Tarifverträge, die bislang zu keinem Ergebnis geführt haben.

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Die Wiederwahl von Schlüsselfiguren im Board steht auf der Kippe

Im Fokus der Kritik stehen Jorgen Vig Knudstorp, der Lead Independent Director, sowie Beth Ford, Vorsitzende des Nominierungs- und Corporate-Governance-Ausschusses. Die Investoren argumentieren, dass diese Personalien einer Lösung des Konflikts im Wege stehen.

Diese Forderung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt vor der Jahreshauptversammlung am 25. März 2026. Zu den Unterzeichnern des Brandbriefs gehören Schwergewichte wie der New York State Comptroller Thomas DiNapoli, der New York City Comptroller Mark Levine sowie der Trillium ESG Global Equity Mutual Fund und die SOC Investment Group.

„Wir sind besorgt, dass ohne eine konstruktive Beziehung zwischen Starbucks und seiner gewerkschaftlich organisierten Belegschaft die Aufrechterhaltung des Turnarounds schwierig werden könnte“, so die Investorengruppe in einem Schreiben.

Der historische Streik belastet die operative Wende unter CEO Brian Niccol

Der Druck auf CEO Brian Niccol wächst signifikant. Er muss beweisen, dass er die Verkaufszahlen trotz der internen Unruhen wiederbeleben kann. Ende letzten Jahres hatten sich mehr als 3.800 Baristas an einem landesweiten Streik beteiligt – der längste Arbeitskampf in der Geschichte des Konzerns.

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Die Gewerkschaft fordert bessere Personalbesetzungen, verlässlichere Dienstpläne und höhere Löhne. Die festgefahrenen Vertragsverhandlungen werden zunehmend zum Lakmustest für die Governance-Struktur des Unternehmens und das Vertrauen des Kapitalmarktes.

Starbucks verteidigt seine Vergütungsstruktur und baut Ausschüsse um

Das Unternehmen reagierte am Mittwoch auf die Vorwürfe. Man verwies darauf, dass die Verantwortung für die Arbeitsaufsicht nun beim gesamten Vorstand liege, nachdem der Ausschuss für Umwelt-, Partner- und Gemeinschaftsauswirkungen („Environmental, Partner, and Community Impact Committee“) ohne explizite Begründung aufgelöst wurde – ein Schritt, den die Investoren bereits im Januar kritisierten.

Gleichzeitig verteidigte der Konzern seine Attraktivität als Arbeitgeber und wies die Darstellung schlechter Arbeitsbedingungen vehement zurück.

„Wir bieten den besten Arbeitsplatz im Einzelhandel, wobei stündliche Partner im Durchschnitt 30 Dollar pro Stunde verdienen und erstklassige Leistungen erhalten“, so Starbucks in einer Stellungnahme.