Angesichts der weitreichenden landesweiten Proteste im Iran hat die dortige Staatsführung eine drastische Maßnahme ergriffen: Bereits seit fast zwei Tagen ist die Internetverbindung für die breite Bevölkerung stark eingeschränkt. Diese restriktive Maßnahme hat die Aufmerksamkeit internationaler Organisationen auf sich gezogen, darunter Netblocks, eine Organisation, die sich auf die Überwachung von Netzsperren spezialisiert hat. Via Twitter bestätigte Netblocks, dass die Internetblockade mittlerweile seit 36 Stunden andauert.
Die Auswirkungen dieser Blockade auf das tägliche Leben der iranischen Bürger sind tiefgreifend. Die Bevölkerung sieht sich erheblich in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, Informationen über die Sicherheit und das Wohl ihrer Familien und Freunde zu erhalten. Zahlreiche Betroffene schildern ihre verzweifelte Lage aus erster Hand. Ein Nutzer berichtete, dass er seit 48 Stunden keinen Kontakt mehr zu seinen Angehörigen im Iran hatte. Eine weitere Nutzerin hob die nächtlichen Proteste hervor und kritisierte die damit verbundene Unterdrückung, wobei der virtuelle Kontaktabbruch zu ihren Liebsten ein zentrales Thema bleibt.
Der iranische Sicherheitsapparat kontrolliert rigoros den Zugang zum Internet und erlaubt Ausnahmen lediglich für Sicherheitskräfte oder ausgewählte Staatsmedien. Während manche Bürger auf alternative Systeme wie das Starlink-Satelliteninternet hoffen, bleibt der Zugang hierzu durch die illegale Beschaffung der benötigten Terminals nur einer Minderheit vorbehalten und ist für die breite Bevölkerung keine praktikable Lösung.
Beobachter der Situation analysieren, dass die vorsätzliche Internetabschaltung zwei wesentliche Hauptziele verfolgt: Zum einen soll die Organisation und Koordination von Protesten erschwert werden, zum anderen wird versucht, die Verbreitung von Berichten, Fotos und Videos, die das Ausmaß der Unruhen und der staatlichen Repression dokumentieren könnten, zu verhindern. Diese Maßnahmen werfen bedeutende Fragen zur Freiheit der Meinungsäußerung und den Grundrechten der Bürger im Iran auf, was internationale Beachtung findet und kritische Stimmen laut werden lässt.