03. Februar, 2026

Unternehmen

Insider-Käufe bei SAP: Dominik Asam investiert Millionen

Nach einem brutalen Abverkauf an der Börse greift die Führungsebene des Softwaregiganten selbst ins Portemonnaie.

Insider-Käufe bei SAP: Dominik Asam investiert Millionen
Trotz verfehlter Cloud-Ziele signalisiert das SAP-Management Vertrauen. Dominik Asam tätigt Managers Transaction über eine Million Euro.

Der Kapitalmarkt straft die Wachstumsdelle gnadenlos ab

Die mathematische Präzision des Kapitalmarktes kennt kein Pardon bei verfehlten Zielmarken. Obwohl der Nettogewinn der SAP im Geschäftsjahr 2025 auf 7,5 Milliarden Euro kletterte und sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelte, fokussierten sich die Händler auf eine einzige Kennzahl: den Current Cloud Backlog. Mit einem währungsbereinigten Plus von 25 Prozent blieb dieser zentrale Indikator für künftige Abonnementeinnahmen genau einen Prozentpunkt hinter der eigenen Prognose zurück. Die Quittung folgte prompt in Form eines zweistelligen Kurssturzes, der zeitweise über 40 Milliarden Euro an Börsenwert ausradierte.

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Es ist die klassische Geschichte einer Erwartungsfalle. Vorstandschef Christian Klein hatte die Messlatte für das strategisch überlebenswichtige Cloud-Geschäft hoch gelegt, doch Verzögerungen bei komplexen Großprojekten im vierten Quartal bremsten die Dynamik aus. In der Logik des Parketts wird ein minimales Verfehlen der Ziele sofort als Sättigungssignal interpretiert. Dass der operative Cashflow mit 8,24 Milliarden Euro ein Rekordniveau erreichte, geriet im Sog der Cloud-Enttäuschung zunächst zur Randnotiz einer hysterischen Handelswoche.

Vorstände nutzen das Kursdebakel für massive Eigengeschäfte

Während die Verkaufsorders den Kurs auf ein Jahrestief drückten, sahen hochrangige Insider die Chance für einen strategischen Einstieg. Finanzchef Dominik Asam setzte am 30. Januar 2026 ein unmissverständliches Signal und erwarb 6.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von rund 169 Euro – ein Investment von über einer Million Euro aus privatem Vermögen. Auch Vorstandsmitglied Sebastian Steinhäuser griff unmittelbar nach der Zahlenvorlage zu. Diese „Managers Transactions“ dienen in der Finanzwelt als stärkstes Indiz für eine interne Unterbewertung.

Das Management wettet darauf, dass die Marktreaktion die Substanz des Konzerns verkennt. Vor allem die Integration von Künstlicher Intelligenz scheint intern weit fortgeschrittener zu sein, als es die nackten Auftragszahlen vermuten lassen. Laut Christian Klein ist „SAP Business AI bereits in zwei Drittel unserer Cloud-Vertragsabschlüsse im vierten Quartal enthalten“. Wenn die KI-Implementierung erst voll in die Umsatzströme einfließt, könnte sich der aktuelle Kursabschlag im Rückblick als teurer Fehler der Bären erweisen.

Julius Bär: Brasilien-Verkauf belastet Ergebnis massiv
Das Jahr 2025 markiert für die Schweizer Privatbank Julius Bär eine Zäsur. Während das Kerngeschäft mit einem Rekord bei den verwalteten Vermögen glänzt, reißen die Aufarbeitung des Signa-Debakels und der Rückzug aus Brasilien tiefe Löcher in die Bilanz.

Ein Zehn-Milliarden-Euro-Schutzwall gegen die Bären

Um die Aktie dauerhaft zu stabilisieren und den Abwärtsdruck abzufedern, zückt Walldorf die schärfste Waffe der Kapitalmarktpflege: Ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro wurde initiiert. Es soll bis Ende 2027 laufen und zeigt, dass SAP über eine Liquidität verfügt, die weit über das operative Tagesgeschäft hinausreicht. Während ein Teil der Summe für Mitarbeitervergütungen reserviert ist, dient der Löwenanteil der direkten Stützung des Anteilsscheins und der Steigerung des Gewinns pro Aktie.

Analysten reagieren gespalten auf die neue Realität. Während Goldman Sachs mit einem Kursziel von 320 Euro weiterhin eine massive Aufwärtsdynamik prophezeit, warnen Skeptiker wie die DZ Bank vor strukturellen Herausforderungen und sinkender Kundenzufriedenheit. Die Stabilisierung des Kurses zum Wochenbeginn auf über 173 Euro deutet jedoch darauf hin, dass die Strategie der Vorstände aufgeht. Der Markt beginnt zu begreifen, dass eine punktuelle Wachstumsdelle nicht zwangsläufig das Ende der Cloud-Story bedeutet.

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