In einem bemerkenswerten Schritt hat der zypriotische Präsident Nikos Christodoulidis bekanntgegeben, dass Zypern vorübergehend die Bearbeitung von Asylanträgen für syrische Bürger aussetzt. Der Präsident verbreitete diese entscheidende Mitteilung über die soziale Plattform X, und betonte die dramatische Zunahme von Asylanträgen als Hauptgrund für diese temporäre Maßnahme. Unklar bleibt, wie lange diese Aussetzung andauern wird, währenddessen werden neuankommende Syrerinnen und Syrer in die bereits stark überlasteten Registrierungszentren der Insel verwiesen.
Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist die Anzahl der Asylanträge in Zypern, gemessen an der Bevölkerungszahl, außergewöhnlich hoch. Die bisherige Gesamtzahl der Ankünfte in diesem Jahr beläuft sich auf rund 4000 Migranten und Flüchtlinge, wohingegen im gesamten vorherigen Quartal lediglich 78 Personen gezählt wurden. Dies stellt eine dramatische Steigerung dar und spiegelt möglicherweise die Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten wider, was laut Meinung einiger Experten zu einer Vertiefung der Krise führen könnte.
Das zypriotische Staatsoberhaupt appelliert gemeinsam mit weiteren EU-Mitgliedsstaaten an eine Neubewertung der Sicherheitslage in Syrien. Die Argumentation der Regierung in Nikosia basiert auf der Überzeugung, dass einige Gebiete Syriens eine Rückkehr zulassen und daher nicht für jeden Syrer automatisch Schutzstatus gewährt werden sollte. Mit Spannung wird die Entscheidung über eine potenzielle Reform der Bewertung des syrischen Schutzstatus erwartet.
Parallel dazu verfolgt Zypern das Ziel, eine ähnlich gelagerte Kooperation, wie jene zwischen der EU und Ägypten, mit dem Libanon einzugehen. Die jüngste Übereinkunft mit Ägypten sah eine intensive Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung in Höhe von 7,4 Milliarden Euro vor, um den Herausforderungen wachsender Flüchtlingszahlen entgegenzutreten.